Kandern 165 Spendenwillige kommen

Kandern - Eineinhalb Jahre ist es her, dass in Kandern zuletzt eine Blutspende stattgefunden hat. Raum-Not, fehlende freiwillige Helfer und die Corona-Vorgaben haben es dem DRK-Ortsverein nicht leicht gemacht. Umso mehr freute sich das DRK Kandern nun, dass 165 Blutspender am Donnerstag den Weg in die August-Macke-Schule (AMS) gefunden haben.

„Es standen im vergangenen Jahr keine Räume zur Verfügung, in denen unter Pandemie-Bedingungen ein Blutspendetermin hätte realisiert werden können“, erklärte Frank Schamberger vom Ortsverein, warum es lange Zeit keine Termine in Kandern mehr gab. Wegen der Sanierung der AMS stand auch die Sporthalle nicht zur Verfügung.

158 Blutkonserven

Nun wieder einen Blutspendetermin zu ermöglichen, habe lange gedauert, berichtete Alexander Sieber vom Blutspendedienst. Ein Problem war: Der Sportboden musste abgedeckt werden, da nicht sicher war, wie dieser auf Schmutz und Straßenschuhe reagiert. „Herr Seemann war sehr engagiert, damit die Blutspende stattfinden konnte“, hob Sieber hervor. Bauhof und Hausmeister hatten dann den Boden mit Holzfaser-Kartons bedeckt. „Wäre dies nicht umgesetzt worden, hätte wieder keine Blutspende stattfinden können. Das wäre schade, weil wir in Kandern viele treue Blutspender haben“, betonte Sieber.

Um zur Blutspende zu gehen, mussten sich die Bürger online anmelden. „Am Anfang der Woche waren die Termine noch schlecht belegt. Aber in den vergangenen zwei Tagen haben sich extrem viele noch angemeldet“, erzählte Sieber. Er ist begeistert von der Online-Anmeldung. Schließlich sei es so einfacher zu planen. Daher könnte er sich vorstellen, dass die digitale Voranmeldung auch weiterhin genutzt werden könnte.

Bis zu zehn Menschen waren gleichzeitig in der Sporthalle und verbrachten bis zu 45 Minuten dort. Während Erstspender in der Regel länger brauchten, waren die Mehrfachspender nach zirka 30 Minuten wieder draußen, so Sieber. „Es fand ein guter Durchfluss statt und es gab keine Staus.“ Unter den Spendern waren viele Kanderner, aber auch Menschen aus Freiburg und Laufenburg. Insgesamt haben 165 Personen gespendet. Darunter waren 15 Erstspender. Sieben Blutkonserven mussten zurückgestellt werden.

Masken-Wechsel inklusive

Die Corona-Vorgaben wurden beim Ortsverein großgeschrieben: „Es soll keine Infektionsgefahr für Spender und Helfer entstehen“, erklärte Sieber. Daher erhielt jeder am Empfang eine frische Maske, musste die Hände desinfizieren und Fieber messen. Aber auch die Corona-typischen Symptome wurde direkt am Eingang abgefragt. „Derzeit haben viele Schnupfen wegen ihrer Allergien. Das ist dann eine Gratwanderung, aber bei einer Körpertemperatur von 37,5 Grad wird jeder abgewiesen.“

In einem Einbahnsystem ging es vom Eingang direkt in die Halle. Der Laborbereich nahm einen Pikser Blut ab, um die Werte zu ermitteln. Links hinter blauen Vorhängen hatten die Teilnehmer mit den Ärzten ein medizinisches Gespräch. In der Mitte der Sporthalle fand dann die eigentliche Blutabnahme statt. Und auf der rechten Seite gab es Liegen zum Ausruhen.

Insgesamt waren zwei Teams mit zwölf Personen vom DRK und 16 von der Bereitschaft sowie vom Arbeitskreis Blutspende vor Ort. Außerdem waren sechs Schwestern und drei Fahrer mit dabei. „Wir wurden auch von Helfern von den DRK-Ortsvereinen aus Bad Bellingen, Schliengen, Wollbach und Müllheim-Badenweiler-Auggen unterstützt, da viele Helfer aus dem Arbeitskreis uns altersbedingt nicht zur Verfügung standen“, so Schamberger.

Aber auch allgemein habe der DRK-Ortsverein Kandern dasselbe Problem wie andere Vereine. „In fast eineinhalb Jahren kann viel passieren. Wir verlieren den Kontakt zu den Spendern, und Helfer steigen wegen eines Lebensphasenwechsels aus“, erklärte Sieber.

Sozialkontakt vermisst

Zur Stärkung nach der Spende stand ein Hähnchen-Wagen, der von der Stadt Kandern gebucht wurde, vor dem Eingang der AMS bereit. Die Spender konnten sich zwischen einem belegten Brötchen mit Wurst oder Käse entscheiden, aber hatten auch die Wahl zwischen einer vegetarischen Quiche und einem halben Hähnchen mit Pommes oder Brötchen – alles zum Mitnehmen.

„Wir versuchen, eine Gruppenbildung zu vermeiden, aber die Menschen stehen trotzdem draußen zusammen. Dann haben wir sie aber heim geschickt. Sie waren alle einsichtig.“ Kaffee und Kuchen wurde allerdings von den Menschen sehr vermisst. „Der soziale Aspekt ist zwar durch die Spende gegeben, aber sonst glich die Blutspende teilweise einem Volksfest“, sagte Sieber.

 Die nächsten Blutspendetermine sind am 12. August und 17. Dezember in der August-Macke-Schule in Kandern.

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