Von Walter Bronner

Eine neue Laientheater-Initiative mit der Pflege alemannischen Sprachguts als Schwerpunkt will sich im Kandertal etablieren. Ins Leben gerufen hat sie Erwin Sütterlin, der vormals langjährige Inhaber und Leiter des Weiler „Theaters am Mühlenrain“, das inzwischen von der Stadt Weil am Rhein erworben wurde und unter neuer Regie fortgeführt wird.

Kandern-Wollbach. „Keimzelle“ der Neugründung ist der Kreiterhof in Wollbach-Egerten, dessen Besitzer Armin Kreiter den Probenraum in seiner Weinschenke und bei Bedarf auch Requisiten aus seiner rustikalen Sammlung bodenständiger Altertümer zur Verfügung stellt.

Mit von der Partie sind auch Gaby Modler, eine bühnenerprobte Akteurin aus Istein, die lange Zeit einer mittlerweile nicht mehr aktiven Theatergruppe ihres Dorfes angehörte, sowie Rainer Dreher aus Huttingen, der sein Schauspieltalent bei Vereins-Theaterabenden ebenfalls schon wiederholt unter Beweis stellte.

Beim Gründertreffen wurden auch schon programmatische Richtlinien entworfen. Vor allem ist es Sütterlin und seinem neuen Team darum zu tun, dem „guten Alemannisch“ eine solide Plattform zu verschaffen. Gedacht ist hauptsächlich an Spielszenen heiteren Charakters, wie sie etwa der Grenzacher Mundartdichter Werner Richter mit seinen originellen Ehepaar-Debatten oder der verstorbene Hebelpreisträger Gerhard Jung in seinen gereimten Sketchen vom „Schnure-Fridli un synere Chätter“ schufen.

Daran gedacht ist auch, Gedichte und Prosatexte aus dem reichen Fundus alemannischer Literatur – darunter auch Mundartversionen von Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ oder der altbekannten Kinderbuch-Verserzählung „Die Häschenschule“ von Albert Sixtus und Fritz Koch-Gothe – in die Programme zu integrieren.

Die beiden letzteren „Klassiker“ hat der Schriftsteller und Dichter Manfred Markus Jung ins Alemannische übertragen.

Vorderhand geht es allerdings auch noch darum, weitere theaterbegeisterte Mitwirkende zu gewinnen. Interessierte sind deshalb noch sehr willkommen im Kreiterhof beim nächsten Treffen am Mittwoch, 11. Oktober, ab 19 Uhr.