Kandern Auch über Hochhäuser nachdenken

SPD-Gemeinderat Detlef Berger (von links), Landesjustizminister Rainer Stickelberger (SPD) aus Haltingen und SPD-Landtagskandidatin Birte Könnecke bei der Podiumsdiskussion zu Entwicklungsperspektiven des Kandertals Foto: Silke Hartenstein Foto: Weiler Zeitung

Wie schon bei der Kandertalkonferenz im vergangenen Juli ging es auch bei der politischen Matinée des SPD-Ortsvereins Kandern am Sonntag um die Themen Siedlungsentwicklung, Entwicklung der Infrastruktur und Reaktivierung der Kandertalbahn.

Von Silke Hartenstein

Kandern-Wollbach. Zur Podiumsdiskussion mit Landesjustizminister Rainer Stickelberger (SPD) aus Haltingen, SPD-Landtagskandidatin Birte Könnecke aus Sölden, Kanderns SPD-Gemeinderäten Gabriele Weber und Detlef Berger kamen zwölf Interessierte aus Malsburg-Marzell, Kandern und den Ortsteilen, darunter Kanderns Bürgermeister Dr. Christian Renkert.

Das Kandertal sei eine Zuzugsregion innerhalb der Zuzugsregion des Landkreises Lörrach, stellte Stickelberger fest. Daher und auch wegen der wachsenden Zahl von Flüchtlingen müsse der Wohnungsbau forciert werden. Die grün-rote Landesregierung habe die Mittel für den Wohnungsbau erhöht, so Stickelberger: „Das reicht aber nicht“. Man werde im Landesdoppelhaushalt 2016/ 17 weitere Mittel bereit stellen müssen.

Da manche Gemeinden nur noch über wenig bebaubare Flächen verfügten und auch, um weiteren Flächenverbrauch in der schönen Landschaft des Kandertals zu verringern, müsse man neben der Innenverdichtung und einer Verdichtung des Wohnraums an den Mobilitätsschwerpunkten auch über den Bau von Hochhäusern nachdenken, wobei es gelte, eine „Ghettobildung“ zu vermeiden. Um das Bauen zu erleichtern, müsse man einige Abstriche vom Standard des Baurechts machen, so Stickelberger – allerdings nicht beim Brandschutz, darin waren er und Könnecke sich einig.

Zu den im Baurecht vorgeschriebenen Ausgleichsflächen sagte Könnecke: „Wir brauchen auch eine funktionierende Landwirtschaft“. Hier könne man verstärkt auf die ökologische Aufwertung von Ackerland setzen, fand Renkert. Er wünsche sich Vereinfachungen für Abrundungen und das Bauen in der zweiten Reihe: „Nur mit Innenverdichtung kriegen wir das nicht geregelt“. Auch Renkert hielt die Schaffung größerer Wohneinheiten für erforderlich, diese sollten im Sinne der Integration zu einem Drittel von Flüchtlingen und zu zwei Dritteln von einkommensschwachen Haushalten belegt werden.

Zwecks Innenverdichtung, so Gabriele Weber, könnten leer stehende Ökonomiegebäude in Wohnraum umgewandelt werden, dies werde jedoch erschwert durch die Auflagen des Denkmalschutzes, auch brauche es hierfür attraktive Förderprogramme.

Eine Teilnehmerin sagte, Eigentümer von Ökonomiegebäuden im Rentenalter bekämen keinen Kredit mehr für einen Ausbau. In solchen Fällen, so Stickelberger, könnten die Bürgermeister in den Aufsichtsräten der Sparkassen ein Wort mitreden. Die Impulse aus dem Kandertal nehme er mit für die nächste Legislaturperiode, so Stickelberger: „Kandern ist auf einem guten Weg“.

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