Kandern Bevor die Landesmittel vergriffen sind

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Der Weg zur S-Bahn erscheint weit. Foto: Alexandra Günzschel

Kandertal (wz/ag). Die IG Pro Kandertalbahn beklagt in einer Pressemitteilung das zögerliche Verhalten des Landratsamts Lörrach hinsichtlich einer möglichen Reaktivierung der Kandertaltrasse für den S-Bahn-Verkehr.

Zwar werde die Verkehrsstudie Kandertal am Montag endlich einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert, sagt Markus Kern von der Interessengemeinschaft. Jedoch hätte diese Veranstaltung für die Projektgruppe Kandertal-S-Bahn bereits vor genau einem Jahr stattfinden sollen, kam dann aber erst im Juni zustande. Auf Druck der IG, so Kern, werde sie nun endlich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Verkehrsstudie dient als Grundlage für die weiterführende Machbarkeitsstudie Kandertal-S-Bahn, die der IG zufolge ebenfalls fertiggestellt sein soll, aber noch zurückgehalten wird.

„Wir können unseren Beitrag zur Kohlendioxidneutralität bis zum Jahr 2030 nur mit dem verstärkten Schienennetzausbau für den öffentlichen Nahverkehr schaffen“, erklärt die IG Pro Kandertalbahn. „Daher können wir unmöglich bis 2035 warten. Das Reaktivierungsprogramm des Landes findet jetzt statt“, drängt die engagierte Interessengemeinschaft zur Eile.

Die IG hat kein Verständnis dafür, dass das Verkehrskonzept und die vertiefende Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Kandertalbahn der Öffentlichkeit so lange vorenthalten wurde. Nach Aussage von Experten gehe es um eine geschätzte Investitionssumme zwischen 30 und 40 Millionen Euro, die sich inflationsbedingt um eine Million Euro pro Jahr erhöhe, von welcher das Land bis zu 95 Prozent übernehmen würde.

Öffentlichkeit informieren

„Die Bürger wollen wissen, ob wir Chancen haben, in das Förderprogramm des Landes zu kommen. Nach unseren Informationen stehen wir bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg ganz weit vorn in der Prioritätenliste der Förderung“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Unsere politischen Entscheidungsträger in den Kandertalgemeinden und im Kreistag sollten jetzt Druck machen und die ausstehenden Entscheidungen endlich herbeiführen und abschließen, da die Entscheidungsgrundlagen ja in ausreichender Form vorliegen“, so der Appell.

Erst nach einer Entwurfsplanung und dem gesicherten Nachweis der Wirtschaftlichkeit könne das Projekt, das unsere Zukunft wesentlich beeinflusst, weiter vorangetrieben werden. Förderzusagen des Landes lägen dafür vor. Im Namen der Bürger, wie es weiter heißt, drängt die IG die Entscheidungsträger deshalb zur Eile, die Chance zu ergreifen, „bevor die Mittel des Landes vergriffen sind“.

 Die Ergebnisse der Verkehrsstudie werden am Montag, 14. Februar, von 15.30 bis 17.30 Uhr im Rahmen einer Videokonferenz vorgestellt. Interessenten müssen ihre E-Mail-Adresse unter www.loerrach-landkreis.de/kandertalstudie eintragen. Sie erhalten dann eine Nachricht mit dem Zugangslink.

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