Kandern Blutspenden in Zeiten von Corona

Vier Blutspendeaktionen hat der DRK-Ortsverein Wollbach in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie über die Bühne gebracht. 723 Spendewillige kamen und gaben am Ende 682 Blutkonserven ab. Auch 54 Erstspender waren darunter. „Wir haben durch Corona keine Einbußen gehabt“, freut sich Bereitschaftsleiter Martin Winkler.

Kandern-Wollbach. Für ihn wurden die Tage vor der letzten Blutspendeaktion am Freitag in der Kandertalhalle ungewollt spannend. Aufgrund des Kontakts zu einer infizierten Person musste sich Winkler in den sechs Tagen zuvor drei PCR-Tests unterziehen. „Ich wusste nicht, dass mein Nasenloch so weit nach hinten reicht“, spricht er über diese nicht gerade angenehme Erfahrung, bei der am Ende aber alles gut ging. Alle Ergebnisse waren negativ.

Ähnlich spannend wurde die Suche nach Helfern für den Blutspendetermin. Eine Frau konnte aufgrund von Krankheitssymptomen nicht zugelassen werden, bei einem anderen Helfer sprang die Corona-Warn-App plötzlich auf Rot. Und dann gab es noch jene, die auf ihren Arbeitsstellen, etwa beim Rettungsdienst, derzeit unabkömmlich sind. Für alle konnte kurzfristig noch Ersatz gefunden werden.

Dass in diesem Jahr gleich drei Termine in der Kandertalhalle stattgefunden haben, lag daran, dass der Wollbacher Ortsverein zwei der Kanderner Termine übernommen hat. Denn in der Kernstadt können derzeit keine Spendenaktionen stattfinden. Ohnehin haben sich die beiden Ortsvereine mit ihren Terminen immer abgesprochen, so dass jeweils 56 Tage dazwischen lagen. Das entspricht dem Zeitraum, in dem Blutspender pausieren müssen.

Zur ersten Spendenaktion im Februar, die noch unter normalen Bedingungen stattfinden konnte, kamen 193 Personen, im August waren es 192 Spender und jetzt im Dezember 198. Ebenfalls kein Einbruch durch die Pandemie konnte beim traditionellen Oktober-Termin in der Gemeindehalle in Rümmingen verzeichnet werden. Mit 140 Spendern lag man auch dort gut im Schnitt.

Winkler hatte Bedenken, da das Blutspenden seit Corona nur noch mit Vorab-Reservierungen im Internet möglich ist. Doch auch die ältere Klientel hatte damit offenbar keine Probleme, ließ sich, wenn nötig, von den Enkeln anmelden. Das Prinzip der Online-Reservierungen hat sich für alle Seiten bewährt und soll auch nach der Pandemie beibehalten werden.

„Wir wissen schon im Vorfeld, wer kommt“, erklärt Winkler die Erleichterung für die Helfer. Als sich beispielsweise für den vergangenen Freitag ein Ansturm abzeichnete, wurden die Zulassungen auf 205 Spendenwillige erhöht und der DRK-Blutspendedienst kam gleich mit zwei Teams.

Für die Spender indes, die sich für bestimmte Zeitfenster anmelden, bedeutet dieses Verfahren wesentlich kürzere Wartezeiten. In höchstes einer dreiviertel Stunde durchlaufen sie jetzt trotz erhöhter Hygienemaßnahmen das gesamte Prozedere.

Mit diesem neuen Anmeldeverfahren hätte wohl auch das verhindert werden können: Als im Februar 2019 Winklers Idee eines Mannschaftswettbewerbs ins Leben gerufen wurde, folgte eine Rekordzahl von 227 Spendenwilligen diesem Aufruf und brachte das Helfer-Team ordentlich ins Schwitzen, als abends für die zwei letzten Spender nur noch drei Beutel zur Verfügung standen. Rund 40 Prozent der Spender im vergangenen Jahr beteiligten sich am Mannschaftswettbewerb.

In diesem Jahr waren es immerhin 33 Prozent. Den Wanderpokal holte sich diesmal mit 38 Spenden die Feuerwehr Wittlingen, knapp gefolgt vom Sportverein Wollbach mit 37 Spenden. Mit 26 Spenden wurde die Feuerwehr Riedlingen Dritter. Die Gewinner dürfen sich jetzt über Geschenke der Sponsoren APS Südbaden aus Rümmingen, Kindertagesstätte Karin Arche und „Süttis Hofladen“ aus Schallbach freuen.

Still und leise hat sich Martin Winkler übrigens ins zweite Glied zurückgezogen und seiner jungen Kollegin Lena Sütterlin die Einsatzleitung für den Blutspendetermin am Freitag übertragen, bei dem er lange nicht wusste, ob er teilnehmen kann. Beide werden sich weiterhin mit zwei Stellvertretern die Bereitschaftsleitung teilen.

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