Kandern Christoph Hoffmann kritisiert „überbordende Vorschriften“

Kandern (ag). Der Werbering Kandern hatte ihn eingeladen: Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann hatte sich – auch öffentlich – für Kanderner Anliegen stark gemacht, die an bürokratischen Hürden zu kranken schienen. Gestern machte er sich vor Ort ein Bild.

Zunächst führte Heimleiter Harald Preinl den Gast und Interessierte durch das Seniorenheim im „Wohnpark an der Kander“. Die Landesheimbauverordnung zwingt Preinl dazu, seine Doppel- in Einzelzimmer umzuwandeln, eine finanzielle Herausforderung, aber auch eine unbefriedigende Situation für diejenigen, die gerne weiter in einem Doppelzimmer leben wollen. Auch die gebe es, stellte Preinl klar. Besonders ärgerlich: Wären die Zimmer im Heim nur ein wenig größer, könnte er zumindest übergangsweise eine Ausnahmegenehmigung erwirken. Zum Teil sind es nur anderthalb Quadratmeter, die einer solchen Sondergenehmigung im Weg stehen.

Angesichts eines Mangels an Pflegeplätzen sah Hoffmann in diesen „überbordenden Standards“ ein Problem. Er sprach sich dafür aus, „ein kleines Übel in Kauf zu nehmen, um ein großes zu verhindern“. Man müsse Prioritäten setzen und den Leuten vor Ort mehr Entscheidungsspielräume lassen, fand er.

Es gehe jetzt um die Wirtschaftlichkeit seines Hauses, erklärte Preinl zum aktuellen Stand im Austausch mit den Behörden. Sollte sich der Heimbetrieb unter den neuen Bedingungen nicht mehr lohnen, kann er weiter auf eine Sondergenehmigung für die doppelte Belegung seiner Zimmer hoffen. Preinl bedankte sich bei Hoffmann für sein Engagement.

Gemeinsam zog man weiter, um vom Fußweg an der Schwemme aus die Brache zu begutachten, aus der einmal die „Gartenstadt“, ein neues Quartier, werden soll. Hier verzögerte sich der Baubeginn aufgrund vieler Auflagen und geforderter Gutachten, die nicht alle für sinnvoll gehalten wurden. „Ein ähnlicher Fall“, meinte dazu Kaja Wohlschlegel vom Werbering Kandern.

Immerhin kommt jetzt, nach zwei Jahren, Bewegung in das Großprojekt mit fast 6000 Quadratmetern Wohnfläche und 650 Quadratmetern Gewerbefläche, wie Bauherr Alfred Munz erklärte. Mit einer Baufreigabe rechnet er in zwei bis drei Monaten. Er wäre auch bereit, auf dem Areal die Voraussetzung für einen Kindergarten oder ein Ärztehaus zu schaffen, wenn entsprechender Bedarf bei ihm angemeldet wird.

Hoffmann kritisierte auch in diesem Fall die überbordenden Vorschriften und erzählte von einem Projekt, das er zusammen mit Munz in Bad Bellingen verwirklicht hat, als er dort noch Bürgermeister war. Vier Sozialwohnungen sind dort im alten Bahnhofsgebäude entstanden, nachdem man die Denkmalbehörde davon überzeugt hatte, dass vor allem die Außenansicht des Gebäudes schützenswert sei.

„Wir wollen hier etwas Schönes und Nachhaltiges für Kandern verwirklichen“, erklärte der Riedlinger Bauunternehmer. Kaja Wohlschlegel sprach gar von einem „zukunfstweisenden Leuchtturmprojekt“.

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