Kandern Das Tal auf eine Schiene bringen

Kandern (tn). Wohin soll sich der öffentliche Nahverkehr im Kandertal entwickeln? Wo besteht welcher Handlungsbedarf? Ein weiterer Vorstoß kommt aktuell von der Kanderner SPD-Ratsfraktion. Sie fordert die Einberufung einer „Kandertalkonferenz“ zum Thema.

Es waren nur wenige Sätze im Rahmen von Gabriele Webers Haushaltsrede im Gemeinderat. Und doch bergen sie eine gewisse „Brisanz“ im positiven Sinne. Zwar war das Stichwort „Kandertalkonferenz“ bereits im vergangenen Frühjahr im Rahmen eines Stammtischs der „Nahverkehrsinitiative Kandertal“ aufgetaucht. Seither jedoch war es ruhig geworden um jene Idee, die die SPD Kandern jetzt gerne aufgegriffen wissen möchte, wie Fraktionssprecherin Gabriele Weber betonte.

Konkret schlug Weber vor, dass die Stadt Kandern selbst das Heft in die Hand nehmen und im neuen Jahr zu eben jener „Kandertalkonferenz“ einladen solle. Dabei könne man die Fragen zum Thema öffentlicher Nahverkehr für die Raumschaft zwischen Binzen und Malsburg-Marzell erörtern. Als Resultat, so Weber weiter, sollten die Gemeinden gemeinsame Interessen formulieren, den aus SPD-Sicht „dringenden Entwicklungsbedarf des Kandertals“ zusammenfassen und diesen „entschlossen in die Planungen des Landkreises einbringen“. Hintergrund ist das kommende Nahverkehrskonzept für den Kreis Lörrach, bei dem, so ein vielgehörter Wunsch im Kandertal, neben der bestehenden Buslinienstruktur auch die aktuelle Linienführung samt Verknüpfung auf den Prüfstand gestellt werden soll.

Im Zuge der Haushaltsverabschiedung wurde der Vorschlag der SPD-Sprecherin nicht weiter vertieft. Im Verlauf der CDU-Versammlung am vergangenen Mittwoch griff Bürgermeister Dr. Christian Renkert aber genau dieses Thema auf und bezeichnete die Idee einer „Kandertalkonferenz“ als „tolle Sache“.

Vorab aber müsse man sich von der Idee verabschieden, dass der öffentliche Nahverkehr kostenneutrale zu haben sei. „Der ÖPNV wird immer ein Zuschussbetrieb sein“, sagte Renkert.

Ziel im Kandertal müsse es sein, auf Dauer einen Teil des Nahverkehrs auf die Schiene zu bekommen. Dass die Stadt Kandern (beziehungsweise alle Kandertalgemeinden an der Linie 55) aber jährlich selbst Zehntausende Euro für den verdichteten Bustaktverkehr beisteuern müssen, bezeichnete Renkert diplomatisch als „unliebsame Faktenlage“. Das könne und dürfe keine Dauerlösung sein. Ziel ist es aus Sicht des Kanderner Rathauschefs, „den ÖPNV in den Griff zu kriegen“.

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