Kandern Demotivierende Fehlalarme

Nur die Feuerwehr kann eine Brandmeldeanlage, die auslöst, wieder zurücksetzen, erklärt Günter Lenke im Wohnpark an der Kander. Foto: Alexan-dra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

Kandern (ag). Die Feuerwehr muss Tag und Nacht einsatzbereit sein. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Feuerwehrleute in etwa zehn Prozent der Fälle umsonst rausfahren. In Kandern haben sich in den vergangenen Wochen die Fälle von durch Brandmeldeanlagen ausgelöste Fehlalarme gehäuft. Im Gespräch gab Kommandant Günter Lenke Auskunft, was das für die Aktiven bedeuten kann.

Bisher wurden in Kandern 131 Alarmierungen verzeichnet, 16 davon waren Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Eine Quote von rund zehn Prozent sei landkreisweit durchaus normal, sagt Lenke. Dennoch werde versucht, die Fehlalarme, etwa durch Schulungen vor Ort, weiter einzudämmen.

Das Problem: Irgendwann schleicht sich eine gefährliche Einstellung ein: „Da wird schon nichts sein“, denken sich dann die Aktiven, wenn mal wieder die Nachricht „Brandmeldeanlage“ auf dem Meldeempfänger erscheint. Mit schwachen Rechtfertigungen vor sich selbst bleibt der eine oder andere dann vielleicht lieber zu Hause, was er bei der Nachricht „Menschenrettung“ nie tun würde. Im Notfall muss dann nachalarmiert werden.

Doch in Kandern sind sämtliche aufgeschaltete Brandmeldeanlagen bewohnte Gebäude. Und nicht jeder Alarm durch eine solche Anlage ist auch ein Fehlalarm. Es sei deshalb wichtig, dass die Feuerwehrleute motiviert bleiben und nicht automatisch von einem Fehlalarm ausgehen, erklärt Lenke.

Denn es könnte ja tatsächlich brennen in den beiden Altenheimen, dem BFA-Internat, in der Werksiedlung St. Christoph, der Flüchtlingsunterkunft oder in den Kandertalkliniken in Malsburg-Marzell. „In der Werksiedlung, wo behinderte Menschen leben, hatten wir schon zwei Brände. Da hat die Anlage gute Dienste geleistet“, erzählt Lenke.

Vor zwei Wochen jedoch mussten die Aktiven nachts gleich dreimal hintereinander raus. „Das zehrt schon an den Nerven“, sagt der Kommandant, gerade dann, wenn die nächtlichen Fahrten auch noch umsonst sind. Manchmal sei es schwierig, nach einem Einsatz wieder zur Ruhe zu finden, berichtet er.

Doch die meisten Ehrenamtlichen bleiben dennoch bei der Stange, sie haben das starke Bedürfnis zu helfen.

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