Kandern „Die richtige Entscheidung“

Das Kanderner Freibad hatte in diesem Jahr trotz Einschränkungen fast 28 000 Besucher.Foto: Alexandra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

Nach gerade einmal zwölf Wochen – oder 83 Tagen – endete am Sonntag mit insgesamt 27 726 Besuchern die Saison 2020 im Freibad Kandern. Dies kommt einem Besuchereinbruch gegenüber den guten Vorjahren um fast 50 Prozent gleich. Denn auch der Freibadsommer wurde von der Pandemie erheblich beeinflusst.

Kandern (wz/ag). Der Einbruch ist zum einen auf die verkürzte Saison, zum anderen auf die Beschränkungen bei den Gästezahlen zurückzuführen. Es wurden täglich höchstens 650 Besucher ins Freibad gelassen.

„Unter diesen Voraussetzungen sind die Zahlen positiv zu bewerten“, erklärt Sascha Wörner vom Rechnungsamt der Stadt Kandern. Auch was die Freibadmitarbeiter unter den besonderen Bedingungen erreicht hätten, könne stolz machen, so Wörner. So hielt zum Beispiel die Digitalisierung Einzug in das Schwimmbad. Denn um die coronabedingte Limitierung der Badegastzahlen zu gewährleisten und vor allem auch, um Schlangen vor der Kasse zu vermeiden, wurde ein Online-Ticket-System eingeführt. Nach einigen Startschwierigkeiten, da das System sehr schnell umgesetzt werden musste, zeigte sich der Erfolg. „Gegen Ende der Saison wurden die Eintrittskarten fast nur noch über diesen neuen Vertriebskanal verkauft“, erklärt Wörner.

Online-Ticket-System erfolgreich eingeführt

Bis auf wenige Ausnahmen hätten die Badegäste die Situation positiv aufgenommen, Verständnis gezeigt, aufeinander Rücksicht genommen und trotz allem ihren Spaß gehabt, so die abschließende Bewertung des Stadtangestellten. Wörner ist deshalb rückblickend auch überzeugt davon, dass es die richtige Entscheidung war, das Bad zu öffnen, „auch wenn das Defizit gegenüber den Vorjahren natürlich größer sein wird“.

Einnahmen am Ende höher als erwartet

Immerhin konnten in diesem Jahr Einnahmen aus Eintrittsgeldern in Höhe von 79 432 Euro erzielt werden. Das sind zwar 46 625 Euro weniger als im vergangenen Jahr, jedoch auch 29 432 Euro mehr als die im Vorfeld geschätzten 50 000 Euro.

Ein Grund für die höheren Einnahmen war die Anhebung der Eintrittsgelder, die der Gemeinderat der Stadt noch vor Saisonbeginn beschlossen hatte. Saison- und Mehrfachkarten wurden diesmal keine ausgestellt.

Trotzdem bleibt das Freibad ein Betrieb mit hohem Zuschussbedarf. Da coronabedingt einige Hygienevorschriften umgesetzt werden mussten, zum Beispiel der erhöhte Einsatz von Desinfektionsmitteln, die erhöhte Putzfrequenz sowie die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes, wird der Zuschussbedarf in diesem Jahr vermutlich hoch ausfallen. Wörner schätzt die noch nicht getätigten Ausgaben, zumeist Fixkosten, auf 400 000 bis 500 000 Euro, womit der Kostendeckungsgrad um die 20 Prozent liegen würde.

Der höchste Kostendeckungsgrad, fast 54 Prozent, wurde in den vergangenen zehn Jahren im Jahr 2015 erzielt mit vergleichsweise hohen Einnahmen und auffallend niedrigen Ausgaben. Am größten war der Zuschussbedarf im Zehn-Jahres-Rückblick im Jahr 2011 mit einer Kostendeckung von nur 22,5 Prozent. Bei den Badegastzahlen sticht seit 2015 das Jahr 2018 mit insgesamt 72 220 Besuchern hervor.

Reibungslos verlief die Verpachtung des Kiosks, der jedoch aufgrund der Einschränkungen viel weniger Einnahmen als in den zurückliegenden Jahren zu verzeichnen hatte.

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