Kandern Ein Führerschein für die Feuerwehr

Die ersten neuen Feuerwehrführerscheine im Landkreis wurden in Wollbach vergeben. Von links: Wollbachs Feuerwehrkommandant Thomas Sütterlin, Gesamtkommandant Günter Lenke, die neuen Führerscheininhaber Marcel Schneider, Anne Schneider, Max Zitzer, der stellvertretende Wollbacher Kommandant Jens Probst, Prüfer Kurt Büchelin und Ortvorsteher Max Sütterlin. Fahrlehrer Hans Wilhelm fehlt auf dem Bild. Foto: Jutta Schütz Foto: Weiler Zeitung

Von Jutta Schütz

Kandern-Wollbach. Der neue Führerschein nur für Feuerwehrleute ist pink. In Wollbach konnte Gesamtkommandant Günter Lenke die ersten drei Führerscheine für das Lenken von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von 4,75 oder 7,5 Tonnen an drei junge Feuerwehrleute vergeben.

„Erinnert mich vom Format her an alte Führerscheine“, schmunzelten Marcel Schneider, Max Zitzer und Anne Schneider beim Blick auf die knallrosa Fahrbefähigungen. Mit diesen dürfen die beiden Feuerwehrmänner und die Feuerwehrfrau nun bei Einsätzen große Feuerwehrautos fahren. Und genau das ist bei deutschen Feuerwehren derzeit ein Problem: Mit der Umstellung der Führerscheinklassen bekommt man bei der Fahrprüfung „wegen des EU-Rechts“, so Lenke, nicht mehr die Erlaubnis, Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zu lenken, so wie das noch mit den alten Führerscheinen der Klasse 3 der Fall war. Schwere Einsatzfahrzeuge zu fahren, ist also für jüngere Feuerwehrleute nicht mehr so ohne weiteres möglich.

Und jeder Führerschein ist teuer. „Heutzutage macht man den Autoführerschein und das war’s oft, denn der kostet schon um die 1500 Euro. Mit dem darf man aber dann noch nicht mal ein normalgroßes Anhängerle dranhängen. Und jede höhere Gewichtsklasse bei Autos kostet extra“, erklärten die Feuerwehrleute. Für den Lkw-Führerschein zahlt man, wenn man von der Feuerwehr und der Kommune unterstützt wird, immer noch um die 2000 Euro, „privat ist der überhaupt nicht mehr zu finanzieren“, wussten die Anwesenden.

Die Feuerwehr braucht aber dringend Fahrer, die die größeren Einsatzfahrzeuge fahren dürfen – wenigstens die bis 7,5 Tonnen. Fahrer mit den alten Klasse 3-Führerscheinen werden weniger. „Für die ganz großen Fahrzeuge über 7,5 Tonnen finanzieren wir regelmäßig Lkw-Führerscheine, aber wir brauchten eine kostengünstige Lösung für die normalen 7,5-Tonner“, sagte der Gesamtkommandant.

Die Lücke wurde gefunden: Im Dezember 2012 trat die Fahrberechtigungsverordnung in Kraft, die den Erwerb von Führerscheinen zum Fahren von schweren Einsatzfahrzeugen regelt. „Dieser Führerschein gilt dann nur in Deutschland und nur für den Übungs- und Einsatzdienst der Feuerwehr – die Gebühr für die Führerscheinausstellung liegt bei 30 Euro“, erklärt Lenke. Vorgaben gibt es auch: Man muss über 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren den Führerschein haben und darf nicht mit mehr als drei Punkten im Verkehrszentralregister gemeldet sein.

Ohne Fahrprüfung und deren Vorbereitung geht nichts. „Da haben wir mit Hans Wilhelm, einem Lkw-Fahrer aus unseren Reihen, einen tollen Lehrer gehabt“, erklärte Lenke. Die Prüfung durfte Feuerwehrmann Kurt Büchelin abnehmen.

Das Ganze sei eine gute Lösung, so Lenke. Zudem versuche die Kanderner Feuerwehr nun, bei der Ausmusterung von Fahrzeugen über 7,5 Tonnen, diese durch kleinere Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen zu ersetzen. „Natürlich geht das nicht bei allen Fahrzeugen“, stellte er klar. Zusätzlich informierte Lenke, dass weitere Feuerwehrleute den Feuerwehrführerschein machen.

„Das Wollbacher Fahrzeug ist schon passend für die neuen Fahrer“, sagte Ortsvorsteher Max Sütterlin, der sich auch über die engagierten Prüflinge freute, „denn für so eine Weiterqualifizierung wird auch viel Zeit geopfert“, lobte er. Schade nur: „Privat dürfen wir den Schein nicht nutzen“, bedauerte Zitzer.

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