Kandern Ein Konzert mit Kino-Atmosphäre

Alexandra Günzschel
Nach Beethoven ist beim Musikverein Wollbach nun Stummfilm-Musik angesagt. Foto: zVg

In einen Kinosaal wird sich die Kandertalhalle Mitte März verwandeln. An zwei Tagen lädt der Musikverein Wollbach zu Konzertabenden ein. Zum Stummfilmklassiker „Metropolis“ von Fritz Lang gibt das Wollbacher Blasorchester die Musik von Gottfried Huppertz in einer Bearbeitung von Theodor Burkali originalgetreu wieder.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Damit meldet sich der Musikverein zwei Jahre nach dem Beethoven-Jubiläumskonzert im Januar 2020 zurück. „Die Idee von Dirigent Oliver Hauser stand schon damals im Raum“, erklärt Thomas Kuckuck, der zweite Vorsitzende des Vereins. Doch pandemiebedingt musste die Aufführung dann etwas länger warten. Zwar wurden die Proben im Herbst 2020 optimistisch wieder aufgenommen, fanden aber bald ein vorläufiges Ende. An eine Aufführung im Frühjahr 2021 war ohnehin nicht mehr zu denken.

Im vergangenen Sommer fiel die Entscheidung, das Projekt weiterzuverfolgen. Und diesmal wurde ohne Unterbrechung durchgeprobt. „Wir haben Glück mit der Kandertalhalle, die aufgrund ihrer Größe allen Hygieneanforderungen entspricht“, erklärt Kuckuck. Dennoch ging der Musikverein in der Hochphase der Pandemiewelle zu Beginn des Jahres zu Proben mit dem halben Orchester über. Und der ursprünglich anvisierte Konzerttermin Ende Januar wurde in den März verschoben.

Jetzt sind alle optimistisch, den ausgehungerten Zuschauern, bald ein tolles Erlebnis mit Kinoatmosphäre bieten zu können. Dafür wurde sogar die normale Sitzordnung umgedreht. Die Zuschauer werden auf die Rückwand der Kandertalhalle schauen, auf die der Film projiziert wird. Davor wird sich das Orchester gruppieren, während die Bestuhlung bis zurück auf die eigentliche Bühne reicht. Dazu gibt es Nachos, Popcorn und Eiskonfekt.

Auslastung der Halle auf 50 Prozent beschränkt

Noch ist zwar nicht klar, wie viele Zuschauer Mitte März in der Kandertalhalle zugelassen sein werden. Damit die sich aber wohlfühlen, will sich der Musikverein von vorneherein auf eine Auslastung von 50 Prozent pro Abend beschränken, was in etwa 250 Zuschauern entspricht. Kuckuck ist optimistisch, dass die Einnahmen die Kosten dennoch decken werden.

Ohnehin geht es bei dem Konzert nicht ums Finanzielle. „Es hat unsere Stimmung gehoben, dass wir das jetzt durchgezogen haben“, sagt Kuckuck. Er spricht von einem schönen Gemeinschaftserlebnis für die rund 50 Aktiven.

Die Zuschauer sollen vorab über einige Besonderheiten des Stummfilms informiert werden, der im Jahr 1927 uraufgeführt wurde und das Science-Fiction-Genre in vielem vorwegnimmt. Bemerkenswert ist auch, dass „Metropolis“ lange Zeit nicht vollständig gezeigt werden konnte, da Teile des Originals verloren gegangen waren und erst im Jahr 2010 in Südamerika wieder auftauchten.

Der Musikverein Wollbach präsentiert den aufwendigen Streifen der UFA freilich in Originallänge. Dazu spielt das Blasorchester zwei Stunden lang die Filmmusik, abgesehen von einer Pause ohne Unterbrechung.

„Das ist eine neue Herausforderung für uns“, verdeutlicht Kuckuck. Denn sonst gibt es zumindest zwischen den einzelnen Stücken immer mal wieder eine Pause. „Unser Dirigent kommt immer wieder mit neuen Ideen.“ Aber letztlich mache das auch den Reiz aus.

Nun hoffen die Musiker, dass der Funken auch auf die Zuhörer überspringt.

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