Kandern Ein neuer Jugendsozialarbeiter

Alexandra Günzschel
Die Jugendsozialarbeiter Tobias Antonicelli (links) und Jens Künster vor dem Jugendzentrum „Downtown“ in Kandern, für das sie noch viele Pläne haben. Foto: Alexandra Günzschel

Das Kanderner Jugendzentrum (JuZ) „Downtown“ hat einen neuen Sozialarbeiter: Tobias Antonicelli (36) hat sich seit Mitte Juni bereits gut eingelebt. Er hat in Kandern die Nachfolge von Verena de la Rey Swardt angetreten, die ihre Teilzeitstelle aufgrund eines Umzugs aufgegeben hat. Für Kontinuität im JuZ sorgt derweil Jugendreferent Jens Künster.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Bei der außerschulischen Jugendsozialarbeit in Kandern handelt es sich um eine 75-Prozent-Stelle: Auf Antonicelli entfallen 45 Prozent, auf Künster 20. Ein Unbekannter ist der neue Jugendsozialarbeiter in der Region nicht. Antonicelli ist im SAK Lörrach groß geworden, wie er sagt. Nach Abschluss seines Studiums in Sozialer Arbeit hat der 36-Jährige zwölf Jahre Berufserfahrung gesammelt, hat sowohl mit Kindern als auch mit Jugendlichen gearbeitet und verweist zudem auf einen Exkurs in die offene Jugendarbeit in der benachbarten Schweiz. Antonicelli war Jugendsozialarbeiter an der Fridolinschule und pädagogische Lehrkraft an der Sprachheilschule in Hausen, wo er auch wohnt. Zuletzt machte er sich als Tennislehrer selbstständig. Aber auch dabei blieb er der Jugendarbeit treu.

„Das ist ein super Typ“

Der 36-Jährige, der auch als Jugendsozialarbeiter in Schönau tätig ist, lobt den schönen Standort des Kanderner JuZ. Zwei Wochen hat er im „Downtown“ hospitiert. Danach stand fest: Er wird bleiben.

Auch zu den Jugendlichen, die während des Gesprächs am Freitagnachmittag dort ein- und ausgehen, hat er schon einen guten Draht. „Das ist ein super Typ“, hat Künster bereits erstes Lob vernommen.

Derzeit bieten die beiden montags, mittwochs und freitags jeweils von 15 bis 20 Uhr einen offenen Treff an, wobei sie immer nur freitags zu zweit vor Ort sein können. Für die Sommerferien ist nun geplant, die Öffnungszeiten ein wenig nach hinten zu verschieben.

Antonicelli hat zwar schon viele Ideen, legt den Schwerpunkt momentan aber noch auf die Beziehungsarbeit. Er will die Jugendlichen besser kennenlernen, einen Zugang zu ihnen bekommen. Bei Interesse will er mit ihnen auch mal auf den Tennisplatz gehen oder zur August-Macke-Schule, um dort Basketball zu spielen.

Wieder eine Anlaufstelle

In der Regel schauen an den Öffnungstagen um die 20 Jugendliche im „Downtown“ vorbei. Am vergangenen Mittwoch seien es sogar 40 gewesen, staunen die Sozialarbeiter.

Denn während der Corona-Zeit war vieles eingeschlafen und die Jugendsozialarbeit fand mobil auf der Straße statt. Künster spricht von weniger Kontakten in dieser Zeit, aber auch von einer Chance, die Jugendlichen noch einmal ganz anders kennenzulernen.

Dennoch ist er erleichtert, dass das JuZ als einzige Anlaufstelle in Kandern für junge Leute wieder geöffnet hat.

Ein erstes Fazit: Es kommen deutlich mehr Jugendliche als in der Zeit vor Corona, darunter auch mehr mit psychischen Problemen.

Auch deshalb wollen die beiden Jugendsozialarbeiter dem Gemeinderat im September eine Aufstockung ihrer geteilten Stelle vorschlagen. Eine dritte Kraft würde beispielsweise zusätzliche mobile Jugendarbeit, aber auch kleinere Ausflüge ermöglichen, sagen sie.

Auch wollen sie ihre Arbeit transparenter machen. Oft sind wir es, die den Jugendlichen, die ein wenig durchs Raster gefallen sind, bei ihren Bewerbungen helfen, erklärt Künster. „Wir machen ihnen freie Angebote“, betont er außerdem. Denn nicht für jeden in diesem Alter ist das verpflichtende Engagement in einem Verein das Richtige.

Angebote für jedes Alter

Antonicelli hat zudem die Altersgruppe der Elf- bis 13-Jährigen im Blick. Für das Kinderferienprogramm fühlen sie sich oft schon zu alt, für das Jugendzentrum dagegen zu jung. Für diese Altersgruppe will er deshalb gesonderte Öffnungszeiten von 14 bis 16 Uhr anbieten. Im Idealfall soll damit gleich nach den Ferien begonnen werden.

Eine weitere Idee ist eine Art Vierkampf für die „Downtown“-Besucher – bestehend aus Darts, Billard, Tischkicker und Fifa. Aber auch ein Rap-Projekt steht auf der Agenda – je nachdem, für was sich die jungen Leute interessieren.

„Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit“, betont Künster. Man müsse ins Gespräch kommen. Dann könne man an Stellschrauben drehen, den Jugendlichen helfen, wieder nach vorn zu schauen oder bei Drogenproblemen intervenieren.

Ferienfreizeit

In den Sommerferien, von Donnerstag, 25. August, bis Sonntag, 28. August, bieten die Sozialarbeiter eine Jugendfreizeit im französischen Villersexel, unter anderem mit Campen und Kanufahren, an. Im Bus der Caritas sind noch Plätze frei.

 Interessierte Jugendliche können sich anmelden unter der E-Mail-Adresse: Tobias.Antonicelli@caritas-loerrach.de.

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