Es ist eine längere Fahrt über Feld- und Waldwege den Heuberg hinauf. Hier oben, ein wenig abgerückt von der Zivilisation, geben sich zwischen Weißerdegrube und Roterdegrube zwei selten gewordene Arten ein Stelldichein. Sowohl die Geburtshelferkröte als auch die Gelbbauchunke fühlen sich in dem abgelegenen Waldstück offenbar wohl.

Von Alexandra Günzschel

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Kandern. Bei so viel Leben ist auch Naturschützer Horst Spreen nicht weit. In seinem Garten zwischen Kandern und Feuerbach hat er viel Erfahrung gesammelt und weiß, was Froschlurche brauchen. „Das Holz muss raus und das Gestrüpp muss weg“, sagt er, als er sich bei der Weißerdegrube umsieht. Hier baut die Firma „Kandern Feuerfest“ Tonerde ab.

Das Areal ist eine Sonneninsel mitten im Wald. Und das soll für wärmeliebende Arten auch so bleiben. „Der Wald wird hier bewusst zurückgedrängt“, erklärt Spreen. Unterstützung erfährt er dabei durch Förster Matthias Götz. Aber auch die Arbeiter der Firma Feuerfest heben für den Naturschutz mit schwerem Gerät schon mal unbürokratisch einen Teich aus, der dann von Fröschen und anderen Tieren besiedelt werden kann. „Es sollen Tümpel entstehen, die sich als Laichgewässer für die Gelbbauchunke eignen“, formuliert Spreen das Ziel. Lediglich ein paar Schattenbäume für diese Teiche sind hier erwünscht.

Drei- bis viermal im Jahr bricht Horst Spreen zu einem Pflegeeinsatz zum Heuberg auf. Dabei konnte er bisher auf fünf Jungs zählen, die ihn tatkräftig und sachkundig unterstützten. Doch die Jugendlichen sind nun in einem Alter, in dem sie zunehmend andere Interessen entwickeln. Sie haben jetzt seltener Zeit.

Spreen wünscht sich deshalb einen Pool an Helfern aus dem Raum Kandern, bei dem er bei Bedarf anfragen kann. Groß genug, damit sich für die einzelnen Aktionen immer genügend Freiwillige zusammenfinden. Am liebsten arbeitet er ohnehin mit kleineren Gruppen. „Es ist sehr wichtig, dass wir wieder mehr für den Naturschutz tun“, ist er überzeugt.

Und zu tun gibt es viel. Das wird schnell klar beim Gang durch die Roterdegrube, ein Biotop für die Geburtshelferkröte. Einst an Flussläufen beheimatet, die durch Begradigungen für die Art unbrauchbar geworden sind, hat sich die Kröte Ersatzlebensräume geschaffen. Wichtig dabei sind neben geeigneten Gewässern auch Böschungen mit Verstecken. Denn der Laich der Geburtshelferkröte wird nicht im Wasser abgelegt. Vielmehr tragen die Männchen das Eigelege an ihren Hinterbeinen mit sich herum.

Der nächste Arbeitseinsatz, organisiert vom NABU Lörrach, findet an den Amphibienteichen in der Roterde- und Weißerdegrube am Samstag, 20. Oktober, statt. Treffpunkt ist um 9 Uhr im Käppele 22 in Kandern (Parkplätze bei der Firma Belletrice). Um Anmeldung wird gebeten, damit Vesper und Getränke besorgt werden können, Tel. 07626/8011.