Rümmingen Ein Wegweiser für die Integration

Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht. Um die Inte-grationsarbeit im Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal (GVV) auf breitere Füße zu stellen, wurde ein Jahr lang gearbeitet. Die Ergebnisse wurden am Freitag in der Gemeindehalle Rümmingen vorgestellt. Ende November kommt die Verbandsversammlung des GVV zu einer Sitzung zusammen, bei der das erarbeitete Konzept auch den nötigen politischen Rückhalt erfahren soll.

Von Alexandra Günzschel

Vorderes Kandertal. Der Prozess wurde begleitet von Thomas Uhlendahl und Marina Leibfried von der Führungsakademie Baden-Württemberg, nachdem der GVV in das Programm „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ der Akademie aufgenommen worden war. Die Auftaktveranstaltung im Januar sowie zwei Workshops gingen der Abschlussveranstaltung am Freitag voraus.

Initiator der so genannten Zukunftswerkstatt war Andreas Schneucker, Bürgermeister von Binzen und seit kurzem auch GVV-Vorsitzender. Er konnte ein erstes wichtiges Etappenziel verkünden. Mit den beiden Teilzeitkräften Andrea Kühne, die sich um die Umsetzung des Konzepts kümmern wird, und dem neuen Integrationsbeauftragten Phillip Lotter hat sich der GVV professionelle Hilfe ins Haus geholt, die Helferkreise und Verwaltung entlasten soll.

Eine Umfrage der beiden Moderatoren unter den Teilnehmern am Freitagabend ergab, dass die meisten bereits ehrenamtlich tätig sind und schon lange in der Region wohnen. Neue Leute kamen vor allem aufgrund der persönlichen Einladungen, die an Neubürger und per Zufallsauswahl verschickt worden waren. Unter den am Entwicklungsprozess beteiligten Personen wurden besonders Doris Weirich aus Eimeldingen und Ina Koska aus Binzen sowie GVV-Hauptamtsleiter Dominik Kiesewetter als der „Dreh-und Angelpunkt des Prozesses“ hervorgehoben.

Erarbeitet wurden zum einen Leitziele wie die Förderung von Offenheit und Toleranz, zum Beispiel durch Austausch und Aufklärung, die Förderung einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aller Menschen, Integration als wechselseitiger Prozess, aber auch die Einhaltung der demokratischen Gesetze.

Fünf Handlungsfelder

Darüber hinaus hat man sich auf fünf Handlungsfelder geeinigt, die jeweils konkrete Maßnahmen beinhalten, die nach und nach umgesetzt werden sollen. Diese Handlungsfelder wurden vorgestellt.

Im Bereich „Sprache und Bildung“ will man die Bemühungen um den Erwerb von Sprachkompetenz mit speziell auf die Bedürfnisse ausgerichteten Angeboten, wie zum Beispiel Sprachcafés, verstärken.

Was die „Integration in den Arbeitsmarkt“ betrifft, sollen Hürden abgebaut und Anreize für Arbeitgeber geschaffen werden. Eine Idee hierfür ist eine Art Speed-Dating, bei dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennenlernen können.

Das Handlungsfeld „Kommunikation aller Akteure“ zielt auf das Zusammenspiel der Betreuer mit den Behörden bei bürokratischen Vorgängen ab. Dafür sollen wichtige Formulare in einfache Sprache „übersetzt“ werden.

Im Bereich „Wohnen und Mobilität“ liegt der Fokus auf einer Verbesserung des ÖPNV-Angebots und der Schaffung von Wohnraum.

Das Handlungsfeld „Vereinsleben, bürgerschaftliches Engagement und Begegnung“ spricht für sich selbst. Langfristig, so die Idealvorstellung, sollten sich die Helferkreise selbst abschaffen.

Stimmungsvoll begleitet wurde der Abend von dem Musik-Duo Anna Gehlhaar und Sumano Kazm, die bei einem interkulturellen Abend der Stadt Kandern zusammengefunden haben. Eine längere Pause diente der Begegnung.

Nicht zufrieden waren die Veranstalter mit der Resonanz auf die ausgelegten Listen zur Mitarbeit in den thematisch ausgerichteten Gruppen. Die Zurückhaltung lag aber wohl auch daran, dass viele der Teilnehmer mit ihren Ehrenämtern bereits ausgelastet sind.

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