Kandern Fernunterricht ein Stück weit Routine geworden

Zurzeit ist das Schulgebäude verwaist. Die Schüler werden von den Lehrern online zuhause betreut. Foto: Alexandra Günzschel

Kandern - Routiniert gehen Kollegium, Eltern und Schüler an der August-Macke-Schule in Kandern mittlerweile mit der pandemiebedingten Sondersituation um. Denn seit dieser Woche gibt es mit dem Ende der Ferien wieder Fernunterricht. „Es läuft gut, wir bekommen viele positive Rückmeldungen von den Eltern“, berichtet auf Nachfrage Schulleiterin Ursula Ganzke.

Ein paar „Problemchen“ mit der Technik

Auch sei die Schule mit digitalen Medien gut ausgestattet, sagt sie. Alle Schüler hätten für den Unterricht zuhause ein Tablet bekommen, die Geräte wurden aus einem Landestopf finanziert. Zwar gebe es bei dem einen oder anderen hin und wieder noch „Problemchen“ mit dem Hoch- oder Runterladen der Daten. „Wir sind aber dabei, diese aus dem Weg zu schaffen.“ Für den Fernunterricht nutzt die Kanderner Gemeinschaftsschule das frei zugängliche Webkonferenzsystem „BigBlueButton“ mit integrierten Lern- und Inhaltsverwaltungssystemen.

Notbetreuung gibt es derzeit keine an der August-Macke-Schule. „Wir warten ab, was am Donnerstag entschieden wird“, sagt Ganzke. Ohnehin seien die Eltern gehalten, dieses Angebot nur im äußersten Notfall in Anspruch zu nehmen. Die Schulleiterin hält es für möglich, dass es ab kommender Woche wieder eine Betreuung vor Ort geben wird.

Sollte der Lockdown die Schulen noch länger betreffen, will die Rektorin zumindest den Abschlussklassen in einem gewissen Rahmen wieder Präsenzunterricht ermöglichen – mit halbierten Gruppen an zumindest zwei Tagen in der Woche. Denn sie weiß: „Der Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen.“

Ganzke sagt aber auch, dass im Prinzip alles nachholbar sei. Die Abschlussklassen im vergangenen Jahr hätten am Ende gar nicht mal schlecht abgeschnitten. „Die Schüler hatten Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“ Zudem rechnet sie auch in diesem Jahr wieder mit einem gewissen Entgegenkommen von Seiten des Kultusministeriums.

Bis der Präsenzunterricht wieder uneingeschränkt möglich ist, sind Alternativlösungen gefragt: „Für unsere Schüler besteht jeden Morgen um 7.50 Uhr Präsenzpflicht“, erklärt Ganzke. Die Gemeinschaftsschule setzt auch beim Fernunterricht auf eine Mischung aus Input und eigenverantwortlichem Lernen. „Jedes Kind bekommt am Morgen seinen Tagesstundenplan mitgeteilt.“ Gegen Mittag gibt es dann noch einmal eine Nachbesprechung für alle. „Es ist wichtig, den Kindern für den Tag eine Struktur zu geben“, betont die Rektorin. Die Schüler können ihre Aufgaben am Nachmittag selbst vervollständigen. Nachmittagsunterricht gibt es während des Lockdowns nicht.

Für die Lehrer, die oftmals beim Gebrauch der digitalen Medien unterstützen müssten, bedeute der Fernunterricht einen großen Mehraufwand, bestätigt die Schulleiterin auf Nachfrage. Zusätzlich würden virtuelle Elterinformationsabende angeboten, und auch der Austausch im Kollegium finde immer häufiger via Online-Konferenz statt.

Vom Nachmittagsunterricht hatte sich die August-Macke-Schule im Übrigen schon drei Wochen vor der jüngsten Schulschließung vor Weihnachten getrennt. Das Risiko des gemeinsamen Essens in der Mensa erschien zu groß. Und so wurde in Absprache mit dem Schulträger, dem Schulamt und dem Elternbeirat die Mensa geschlossen und der Sportunterricht durch Waldspaziergänge ersetzt.

„Wir haben die Hygienemaßnahmen rigoros durchgesetzt. Manchmal kam ich mir vor wie der Feldwebel persönlich“, blickt die Rektorin auf jene Zeit kurz vor Jahresende zurück, als die Schulen zwar noch geöffnet hatten, die Lage sich aber zunehmend zuspitzte.

Lehrkräfte und Erzieher sind jetzt in Gruppe drei bei der Rangfolge der Impfungen eingeordnet. Weil sie in ständigem Kontakt mit vielen Kindern stehen, hätte die Schulleiterin sich eine Einordnung in Gruppe zwei gewünscht. Das sagt sie, während sie sich über die Ruhe im Schulgebäude wundert.

Lesen Sie das OV ePaper bis zur Jahresmitte 2021 für nur einmalig 59 Euro! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet laut Medienberichten offenbar bis Ostern mit einem Lockdown. Gehen auch Sie von einer langen Zeit der Einschränkungen aus?

Ergebnis anzeigen
loading