Kandern Gegen das ungute Gefühl angehen

Einige Maßnahmen wurden bereits ergriffen, um auf die mögliche Gefahrenstelle auf der Sitzenkircher Straße an der Kreuzung Karl-Berner-Straße/Tonwerke-Straße hinzuweisen. Denn es handelt sich um einen Schulweg. Dennoch bleibt bei vielen Eltern ein ungutes Gefühl zurück. Acht von ihnen haben sich jetzt zum Verkehrshelfer schulen lassen.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Ziel dieser Maßnahme ist eine Verbesserung der Sicherheit für die Grundschüler auf ihrem täglichen Weg. Denn die Karl-Berner-Straße, von wo aus viele Kinder kommen, ist schlecht einsehbar und endet sehr unvermittelt am Zebrastreifen an der Sitzenkircher Straße. Eltern berichten von zwei Beinaheunfällen, die sich dort zugetragen haben. Sie befürchten, die Stelle lade Kinder dazu ein, ohne zu gucken auf die Straße zu laufen.

Die anderthalbstündige Schulung mit Markus Schaufler und Siegfried Eichin von der Verkehrsunfallprävention Freiburg am Standort Lörrach begann mit einem theoretischen Teil in der nahe gelegnen Grundschule. Dabei ging es unter anderem um die Straßenverkehrsordnung. Danach folgte die Einweisung am Zebrastreifen an der Sitzenkircher Straße.

Zustande kam der Termin auf die Initiative zweier Eltern hin. Mit dabei war am Dienstag auch Thomas Weber, zuständig für Schulangelegenheiten bei der Stadt Kandern.

170 Schüler besuchen die Grundschule an der Ziegelstraße. Nicht alle, aber doch einige von ihnen haben diesen Schulweg. Derzeit gibt es zwei erste Klassen. Gerade die Erstklässler müssten noch lernen, sich sicher zu bewegen, hieß es. Die acht Freiwilligen – allesamt betroffene Eltern – werden in den kommenden Wochen jeweils zu zweit von 7.30 bis 7.50 Uhr an der Kreuzung stehen und den Kindern als Lotsen den sicheren Weg über die Sitzenkircher Straße weisen.

Auf diese Weise werden die Kinder auf die potenzielle Gefahr aufmerksam gemacht. Aber auch die Autofahrer, viele dürften die Strecke regelmäßig fahren, werden noch einmal zusätzlich zu den Verkehrsschildern sensibilisiert.

Anschaulich wurden die Ausführungen zum Thema Reaktionszeit und Bremsweg gestaltet. Einer der Beamten stellte sich 27 Meter vom Zebrastreifen entfernt auf. So viel Wegstrecke braucht ein nicht eingeschränkter, aufmerksamer Fahrer bei Tempo 50 zum Anhalten – und das auch nur bei normalen Straßenbedingungen. Einige der Beteiligten zeigten sich merklich überrascht von dieser Demonstration.

Reaktionszeit und Bremsweg bedenken

Julia Schreiber hat ihren Sohn am Anfang auf dem Schulweg begleitet. „Seit einem Jahr ist er alleine unterwegs“, sagt sie. Ein ungutes Gefühl bleibt. Denn auf der Sitzenkircher Straße wird mitunter schnell gefahren. Und auch der Schulbus hält direkt vor dem Zebrastreifen. Deshalb betätigt sie sich nun als Lotsin.

Verkehrsexperten sprechen von einem recht sicheren Übergang. So werden die Autofahrer beispielsweise schon weit vor Kreuzung vor querenden Kindern gewarnt. Im Ernstfall hat eine solche Warnung auch strafrechtliche Konsequenzen. Autofahrer müssen mit höheren Bußgeldern rechnen, falls etwas passiert.

Einige Eltern hätten sich noch weitergehende Maßnahmen gewünscht, etwa Tempo 30 auf der Sitzenkircher Straße. Die beiden Polizeibeamten erklärten auf Nachfrage, dass sie sich an dieser Stelle Querrillen als zusätzliche Schutzmaßnahme vorstellen könnten. Die Autofahrer erhielten dann ein akustisches Signal und wären aufmerksamer.

Schaufler und Eichin betonten zudem die Bedeutung von Warnwesten beziehungsweise gut sichtbarer Kleidung in der dunken Jahreszeit. Auch weisen sie auf die selbst gemachten Probleme durch die vielen Elterntaxis hin, die den Verkehr rund um die Schulen deutlich erhöhen würden.

„Wir können unterstützend wirken. Die Grundlagen der Verkehrserziehung müssen aber von zu Hause kommen“, betonen beide.

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