Kandern Gespenstisches vom Dichterpfarrer

Monika Haller führte als „Hafner Luis“ temperamentvoll durch Kanderns Altstadt. Foto: Bertsch Foto: Weiler Zeitung

Von August Macke wusste Hebel noch nichts; aber Kandern – namentlich die „Weserei“ – kannte der alemannische Dichterpfarrer sehr gut, und so hatte es durchaus seine Richtigkeit damit, dass der in Basel beheimatete „Verein 250 Jahre Johann Peter Hebel“ seinen kulturell-geselligen Sommerspaziergang in und bei Kandern unternahm.

Kandern. Am Blumenplatz dem Bus entstiegen, wurde die eine Hälfte der rund 50 Besucher von Monika Haller alias „Hafner Luis“ empfangen. Sie führte ihre Gäste durchs Städtchen und schlug mit ihrem humorvollen, temperamentvollen Vortrag einen Bogen von der keltischen Urbevölkerung, die der „Chandera“ ihren Namen gab, bis in die Gegenwart der „Brezel- und Töpferstadt“; und die Besucher erfuhren auch, warum Kandern diesen Titel heute nur noch teilweise zu Recht führt.

Wigand Neumann alias August Macke führte die andere Gruppe zu den malerischsten Winkeln der Gemeinde, wo die Gäste sich eigenäugig davon überzeugen konnten, wie treffend der berühmte Expressionist die Motive in seinem geliebten Ferienort ins Bild gesetzt hat.

Den Teilnehmern sowohl der Hafner Luis- als auch der August Macke-Gruppe wurde deutlich, dass das sympathische Städtchen mit seinen pittoresken Plätzen, Gässchen und Gärten sich wunderbar für die Erkundung auf Schusters Rappen eignet.

Richtig hebelianisch – und auch ein kleines bisschen gruselig – wurde es auf der anschließenden Wanderung nach Hammerstein. Vor der imposanten Kulisse der wildromantischen Wolfsschlucht las Christian Zingg aus Hebels Werken: „Das Gespenst an der Kanderer Straße“ (das in der „Weserei“ und an der Straße nach Riedlingen spielt) und die „Merkwürdige Gespenstergeschichte“, die in Schliengen beginnt und auf dem Umweg über Dänemark in Basel endet.

Carina Koschmieder, bewährte Protagonistin bei den Hebelspaziergängen, übernahm den Vorleserinnen-Part für jene Wanderergruppe, die den weniger beschwerlichen Weg an der Kander entlang nach Hammerstein vorzog. Bei einem Vesper im „Bahnhöfli“ erholten sich die Hebelfreunde vom Wandern und vom Grusel, und Vereinspräsident Marcel Rünzi zog eine positive Bilanz des diesjährigen Hebelspaziergangs.

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