Kandern Großer Einsatz für eine kleine Bahn

Thomas Pfefferle
Die Museumsbahn fährt jeden Sonntag durch das Kandertal. Foto: zVg/Alexander Meyer

Der Kandertalbahnverein hat seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Dabei galt es, einige Entscheidungen zu treffen. Aber auch Erfolge konnte der Vorsitzende Alexander Meyer anführen. So schreiten an vielen Fahrzeugen die Aufarbeitungsarbeiten gut voran. Ein Güterwagen konnte verkauft werden.

Von Thomas Pfefferle

Kandertal. Wie vom Schriftführer Thomas Pfefferle zu erfahren war, erreichte der Mitgliedsbestand mit neu 204 Mitgliedern – vier mehr als im Vorjahr – einen neuen Höchststand.

Daran anschließend wurde des verstorbenen Ehrenmitglieds Roland Grieder gedacht, einer über Jahrzehnte hinweg treibenden Kraft in der Werkstatt und auf dem Barwagen. Vielen Besuchern ist er von den Lokschuppenführungen bekannt.

Rückblick

In Binzen wurde eine neue Wartehalle nach historischem Vorbild aus Wellblech aufgestellt, die renovierten Büros im Bahnhofsgebäude in Kandern konnten in Betrieb genommen werden und dank zahlreicher Spenden wurde ein historische Kran nach umfassender Restaurierung in Wollbach beim Bahnhof aufgestellt.

Der Saisonstart musste im vergangenen Jahr aufgrund von Corona auf den 13. Juni verschoben werden, was fehlende Einnahmen zur Folge hatte. Nichtsdestotrotz wurden an insgesamt 21 Fahrtagen 8900 Fahrgäste transportiert.

Dafür waren 143 ehrenamtliche Schichten mit insgesamt 1273 Stunden Arbeit erforderlich. Nicht mitgezählt sind hierbei die vielen Stunden in der Werkstatt, auf dem Barwagen, im Souvenirshop sowie im Küchenwagen. Meyer bedankte sich im Namen des Vorstands bei den Mitgliedern für diese außerordentliche Leistung.

Projekte

Wolfgang Schleef berichtete über die Fahrzeugprojekte: Bei der Lok 7, „Stauferle“, gehen die Arbeiten am Kessel es momentan nur langsam voran. Die Lok 20 erfährt derzeit eine komplette Hauptuntersuchung, für den Kessel müssen neue Rohre beschafft werden.

Der Wagen Ci 123, welcher als Barwagen wieder aufgearbeitet wird, sehe zwar äußerlich schon nahezu fertig aus, im Innenraum gebe es jedoch noch viel Arbeit. Derzeit stehen der neue Boden, die Sitzbänke und die Bremse im Fokus.

Am Güterwagen „Baden 22666“ sind noch die seitlichen Schiebetore und die Bremse zu sanieren.

Finanzen

Kassierer Wolfgang Bareiss konnte dank einer Vereinsauflösung und der umsichtigen Ausgabenstrategie von einem den Umständen entsprechend zufriedenstellenden Jahresabschluss berichten.

Das geplante Budget für 2022, welches Bareiss vorstellte, sieht viele Investitionen vor, wobei die Aufarbeitung des Kessels der Lok 7 einen großen Ausgabenposten darstellt, für den bereits seit einigen Jahren Rücklagen gebildet wurden. Die Versammlung stimmte dem Haushaltsplan zu.

Wahlen

Einstimmigkeit zeigte sich bei den nachfolgenden Wahlen: Sowohl die Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder Alexander Meyer (Vorsitzender), Wolfgang Bareiss (Kassierer) und Fabian Richard (Beisitzer) als auch die Wahl von Dominik Scheidbach, der Willi Schärer als Kassenprüfer ablöst, gingen schnell vonstatten.

Beschlüsse

Den vom Vorstand gestellten Anträgen wurden jeweils mit großer Mehrheit stattgegeben: Die Diesellok Em 3/3 soll demnach zur Verschrottung freigegeben werden, da sich für sie kein Abnehmer finden lässt.

Außerdem wurde der Personenwagen Pwi 17132 zum Verkauf freigegeben. Der anwesende Kaufinteressent stellte das von ihm geplante Projekt überzeugend vor.

Schleef beantragte zudem, den Wagen Ci 32 als nächsten Personenwagen aufzuarbeiten. Nach Auflistung der zu erwartenden Arbeiten und der damit verbundenen Kosten fand auch dieser Antrag eine Mehrheit.

Dankesworte

Bürgermeisterin Simone Penner zeigte sich erstaunt über die Leistungen des Vereins. Sie betonte mehrfach, was für ein besonders wertvolles Kleinod diese Bahn für die Stadt Kandern sei. Meyer wiederum bedankte sich bei der Stadt und dem Zweckverband für die gute Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg.

Schließlich bedankte sich Wolfgang Hugenschmidt für die schöne Zeit als stellvertretender Eisenbahnbetriebsleiter. Diesen Job hatte er mehr als 20 Jahre inne, der 30. April war sein letzter „Arbeitstag“.

Der zweite Vorsitzende des Vereins, Fabian Martin, betonte zudem, dass Bareiss das Amt des Kassierers erst vergangenes Jahr übernommen hatte und diese Arbeit hervorragend ausführe. Er hantiere mit sehr großen Summen und erledige seine Arbeit sehr zuverlässig und professionell, sagte er.

Auch den restlichen Vorstandsmitgliedern sprach Martin seinen Dank aus: 14 Vorstandssitzungen innerhalb eines Jahres seien keine Selbstverständlichkeit.

Außerdem dankte er dem Küchenteam, Verena und Erwin Lenherr, die jeden Samstag die Kollegen in der Werkstatt mit hervorragendem Essen verköstigen.

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