Kandern Hämmern im Unterricht

Erstklässler an der Grundschule Kandern erobern den neuen Werkraum. Darüber freuten sich (hinten, von links) Bürgermeister Christian Renkert, Schulleiter Oliver Simon, Markus Mayer (Sparkasse) und Martin Groß (Stiftung). Foto: Alexandra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

„Wer will fleißige Handwerker seh’n?“ In der Grundschule Kandern konnte man sie gestern vor allem hören. Denn für die Erstklässler stand Werken auf dem Stundenplan, und dafür galt es zunächst einmal, Nägel möglichst akkurat in ein Holzbrett zu schlagen. Nur ungern unterbrachen die Kinder ihre lärmende Tätigkeit für ein Pressegespräch im neu bestückten Werkraum.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Selbstverständlich ist es nicht, dass die Schüler nun bestens ausgerüstet drauf loshämmern können. Die gute Ausstattung der Grundschule mit zehn Tischen und zwei Werkschränken samt Sägen, Bohrern und Hämmern wurde durch Fördergelder aus der Pedrotti-Glodowski-Stiftung in Höhe von knapp 10 000 Euro möglich.

Zwei Jahre ist es her, als aus dem Grundschulfach „Textiles Werken“ das spannendere „Werken“ wurde, wie Klassenlehrerin Ursula Osswald berichtet. Sie hatte auch die Idee, die lokalen Schreinereien abzuklappern, um dort nach Werkzeug und Arbeitsmaterialien zu fragen. Die Bereitschaft zu helfen, war offenbar groß. Schließlich hätten die meisten Kinder oder auch Nichten und Neffen an der Schule.

Den Antrag auf Förderung hatte die Grundschule im Oktober gestellt. Immerhin ist es erklärtes Ziel der Lörracher Pedrotti-Glodowski-Stiftung, etwas für das lokale Handwerk zu tun, wie Markus Mayer aus dem Vorstand der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden ausführte.

Auch grundlegende Fähigkeiten vermitteln

Es gehe auch darum, grundlegende Dinge zu vermitteln, einen Gegenpol zu bilden zum Smartphone und der digitalen Welt, erklärte Martin Groß im Namen der Stiftung. Und vielleicht entdeckt der eine oder andere Schüler durch den Unterricht ja sogar seine Leidenschaft fürs Handwerk.

Schulleiter Oliver Simon versicherte, dass die Kanderner Grundschule offen sei für solche Ansätze. Und Bürgermeister Christian Renkert bedankte sich für die großzügige Spende.

Für die Schüler war es im Übrigen erst die dritte Schulstunde im neu ausgestatteten Werkraum. Ihre Nagelbretter sollen – später noch mit Fäden verziert – zu kleinen Kunstwerken werden. Erst einmal gehe es darum, Material und Werkzeug kennenzulernen, erklärte die Lehrerin. Als nächstes stehen dann selbst gebaute Vogelhäuschen und, wenn es wärmer wird, kleine Boote auf dem Lehrplan.

Schließlich konnten die fleißigen Handwerker noch zu einem Gruppenfoto überredet werden, bevor sie endlich „in Ruhe“ weiterhämmern konnten.

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