Kandern Handgemachtes in Holzens Gassen

Janine Ak
Unter anderem mit Glaskunst lockt der Kunsthandwerkermarkt Besucher von nah und fern. Die Aussteller kommen bis aus Wuppertal und nördlich von Münster, um ihre Waren im Kandertal zu präsentieren. Foto: Archiv/Marco Fraune

Die Vorbereitungen zum Kunsthandwerkermarkt in Holzen am 1. und 2. Oktober laufen auf Hochtouren. Wir haben mit Organisatorin Elisabeth Zumkehr gesprochen, was es dieses Jahr Neues zu entdecken gibt und wer mit dabei ist.

Von Janine Ak

Kandern-Holzen. Kommendes Wochenende werden Holzens Straßen und Höfe zum Ausstellungsraum für Handgemachtes aller Art.

Frage: Frau Zumkehr, der Kunsthandwerkermarkt findet bereits zum 37. Mal statt. Sie organisieren ihn. Haben Sie ihn auch gegründet?

Nein, aber ich lebe ebenfalls seit 37 Jahren in Holzen. Ich stamme aus Wintersweiler und habe nach Holzen „eingeheiratet“. Im Jahr 1984 ins Leben gerufen haben den Markt der Drehorgelbauer Hansi Leible und seine Frau Steffi in ihrem eigenen Hof, in dem Bekannte von ihnen ausstellten. Ich war damals dort, allerdings erstmal nur zum Schauen.

Frage: Wie kam es dazu, dass sie als Organisatorin heute als Gesicht des Markts gelten?

Bald kamen mehr Aussteller dazu, und der Markt wurde deshalb auf den Kirchplatz verlegt. Weitere Kunsthandwerker sind in die Organisation eingestiegen, zum Beispiel der Holzener Töpferer Andreas Rührnschopf. Ich selbst habe in dieser Zeit angefangen, Teddybären zu machen und bin damit auf Kunsthandwerkermärkte in der Region gefahren. Da war klar, dass Holzen auch dabei ist. Ich bin dann langsam auch in die Organisation mit eingestiegen. Als die alte Riege aufgehört hat, habe ich 2003 alleine übernommen. Ich wollte den Markt aber anders aufziehen und habe Holzener Vereine und Institutionen mit einbezogen. Nach dem Motto: „Wenn, dann das ganze Dorf.“ Somit bin ich auch mehr Koordinatorin als Organisatorin.

Frage: Seit 1984 findet der Markt also jedes Jahr statt?

Nur 2020 wurde ausgesetzt, deshalb ist es jetzt auch der 37. und nicht der 38. Markt. Über die Jahre gleich geblieben ist, dass der Markt immer am ersten Oktoberwochenende stattfindet.

Frage: Was ist neu an diesem 37. Markt im Jahr 2022?

Die Feuerwehr ist zum ersten Mal nicht dabei, aber dafür der Förderverein Kinder und Jugend Holzen. Der wollte schon immer mal teilnehmen. Und weil es bei der Feuerwehr einen Kommandantenwechsel gegeben hat – mein Mann Helmut Zumkehr war 30 Jahre lang Kommandant – und es sonst zu viel Bewirtungsstände gäbe, geben die Kameraden dem Förderverein jetzt die Chance. Die Feuerwehr wird aber wie gehabt im Gerätehaus Schwarzwälder Torte „am Fließband“ produzieren. Dort ist auch die Kaffeestube, die der Kindergarten Holzen zusammen mit dem Förderverein Kinder und Jugend betreut. Eine Besonderheit ist auch die Zwiebelwaie aus dem Holzofen, die der Gesangverein Liederkranz backt. Die zum Herbst passende Kürbissuppe ist übrigens seit 1984 eine Tradition.

Frage: Der Markt hat überregionale Bedeutung, weil knapp 70 Aussteller und auch Besucher von weit außerhalb der Region nach Holzen kommen. Welche Aussteller haben die weiteste Anreise?

Michael Physik mit Lederwaren kommt aus Neuenkirchen nördlich von Münster und legt stolze 622 Kilometer zurück. Michael Vetterkind aus dem 540 Kilometer entfernten Hattingen bei Essen ist mit Glasarbeiten dabei. Und Elke Becher mit Kinetischen Objekten kommt aus Wuppertal, was von uns 517 Kilometer entfernt ist. Unter den Ausstellern ist auch eine Schweizerin mit Schafwolle und eine Französin mit selbstgemachten Seifen und Körperprodukten. Bei den Besuchern verbinden einige ihren Urlaub mit dem Kunsthandwerkermarkt und nehmen sich hier eine Ferienwohnung. Wir haben auch viele Besucher aus der Schweiz, dort mache ich Werbung für den Markt.

Frage: Gibt es Neuzugänge unter den Ausstellern?

Ja, sechs Ausstellerinnen sind zum ersten Mal dabei. Aus Weil am Rhein kommen Jutta Hanser mit Drahtobjekten für Haus und Garten und Sylvi Härtel, die Crossbags und Bauchtaschen näht. Damenmode bieten Almuth Winkler aus Lörrach und Doris Lauber aus Darmstadt. „Aquarelle to go“ bringt Melanie Gutmann aus Hausen im Wiesental mit, und Heiko Oelke aus Mahlberg stellt Blütenschmuck her.

Sagen Sie Bewerbern auch manchmal ab?

Ich möchte den Markt nicht weiter vergrößern, damit es keine Massenveranstaltung wird. Manche Bewerber lehne ich ab, weil sie von vornherein nicht passen, zum Beispiel, weil sie Handelsware anbieten oder ihr Stand zu groß ist. Und die Stamm-Aussteller haben Vorrang, denn die Besucher sollen sich darauf verlassen können, dass sie auf dem Kunsthandwerkermarkt einen bestimmten Gürtel oder ein Kleid kaufen können.

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