Kandern Hohe Flammen rund ums Rathaus

Durch einen Großbrand wurden die Einwohner von Riedlingen am frühen Freitagmorgen aufgeschreckt. Mitten im Ortskern standen die hintere Gebäudefassade eines älteren Wohnhauses sowie ein an das Rathaus angrenzender Lagerschuppen in Flammen. Gegen 4.30 Uhr wurde das Feuer von einer Nachbarin bemerkt, die Alarm schlug und sich um den Bewohner des Hauses kümmerte. Beide erlitten eine Rauchgasvergiftung.

Von Alexandra Günzschel

Kandern-Riedlingen. Bereits nach sieben Minuten waren die Einsatzkräfte der Kanderner Feuerwehr der Abteilungen Riedlingen und Kandern vor Ort, wie Kommandant und Einsatzleiter Günter Lenke im Nachgang überrascht feststellte. „Wir haben ja alle noch geschlafen.“ Vor Ort standen ihm dann die beiden Abteilungskommandanten Matthias Meisinger (Stadt) und Bernd Maier (Riedlingen) zur Seite.

Dort wurde schließlich noch Verstärkung aus den Kanderner Feuerwehrabteilungen Sitzenkirch, Feuerbach, Holzen und Wollbach angefordert. Und weil die Wasserversorgung in Riedlingen für einen Großbrand zu knapp erschien, kamen noch zwei Tanklöschfahrzeuge aus Lörrach und Müllheim, die dann aber unverrichteter Dinge wieder umkehren konnten. Eine zweite Drehleiter wurde aus Bad Bellingen angefordert. Am Ende waren 70 Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Vollbrand des Wohnhauses sowie ein Übergreifen des Brandes auf das Rathaus verhindert werden. „Die beengten Verhältnisse im Ortskern von Riedlingen waren eine Herausforderung“, bestätigt der Kommandant. Auch deshalb musste die Ortsdurchfahrt zwischen Kandern und Riedlingen zur Hauptverkehrszeit am Morgen voll gesperrt werden.

Auch der Rettungsdienst sowie das Technische Hilfswerk waren im Einsatz. Außerdem machten sich Kreisbrandmeister Christoph Glaisner und Bürgermeisterin Simone Penner ein Bild vor Ort. Der Förderverein der Kanderner Feuerwehr sorgte für die Verpflegung.

„Es war Glück im Unglück“, sagte Ortsvorsteher Rolf Moritz erleichtert, nachdem der Feuerwehreinsatz am Morgen beendet war. Denn es hätte nicht viel gefehlt und auch das Rathaus und ein benachbarter größerer Schuppen wären ebenfalls in Flammen gestanden. Nur eine Tür und eine Fensterscheibe darüber trennte den brennenden Schuppen noch vom Rathausgebäude. Die Fensterscheibe hielt dem Druck nicht stand, die Scherben liegen nun im Rathaus. Die Tür habe kurz vor der Explosion gestanden, schilderte Moritz seine Beobachtungen, der sich gar nicht ausmalen wollte, was passiert wäre, wenn man das nächtliche Feuer erst später entdeckt hätte. Viele der benachbarten älteren Gebäude hätten dem Feuer dann wohl zusätzliche Nahrung gegeben. Auch Lenke sagte: „Wir haben die Brandausbreitung in letzter Sekunde verhindert.“

Entsprechend war er voll des Lobes für den „tollen Job“ der Feuerwehrleute, insbesondere jener 42 Kräfte aus Kandern und Riedlingen, die den Hauptangriff gemeistert hatten.

Im teilweise ausgebrannten Schuppen hatte der Kanderner Werbering seine Utensilien für die Weihnachtsaktionen gelagert. Noch ist nicht klar, inwieweit diese in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Moritz spricht von entstandenen Wasserschäden durch die Löscharbeiten.

Der Sachschaden dürfte grob geschätzt im unteren sechsstelligen Bereich liegen. Das vom Feuer in Mitleidenschaft gezogene Haus ist nun unbewohnbar. Über die Brandursache ist momentan noch nichts bekannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

FOTOGALERIEWeitere Fotos unter www.dieoberbadische.de

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