Kandern Im Juli sollen die Studienergebnisse vorliegen

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Kann die Kandertalbahn reaktiviert werden?       Foto: Zoë Schäuble

Kandern. Gemeinsam mit den anliegenden Städten und Gemeinden führt der Landkreis derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Kandertalbahn durch, momentan ist diese Bahnlinie nämlich bis auf den Museumsbahnbetrieb stillgelegt.

Im Juli sollen nach aktueller Planung die Studienergebnisse vorliegen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Die Studie wird die Grundlage dafür sein, ob und wie das Reaktivierungsprojekt weiterverfolgt wird. Im Fokus steht hier neben Grundüberlegungen zum benötigten Infrastrukturbedarf und einer groben Kostenschätzung vor allem auch die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Die Studie wird in enger Abstimmung mit den Projektpartnern erstellt und von diesen in regelmäßigen Sitzungen begleitet, heißt es außerdem.

Die Machbarkeitsstudie, die im Sommer 2021 begonnen wurde, führt die vorangegangene Verkehrsstudie Kandertal fort, deren Ergebnisse Mitte Februar in einer öffentlichen Informationsveranstaltung bereits vorgestellt wurden (wir berichteten).

Grundlage beider Studien sind Prognosen für das Jahr 2035 zu Fahrgastzahlen, Einwohnerzahlen und Fahrplanangeboten auf weiteren Strecken. Mit dem „Zeithorizont 2035“ ist also nicht der tatsächliche Realisierungszeitpunkt des Projekts gemeint, sondern die Prognosen für 2035 bilden die Grundlage für die Machbarkeitsstudie. Denn dann werden wegen des Schweizer Eisenbahn-Ausbauschritts STEP 2035 Tatsachen vorliegen, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Hierbei spielt insbesondere das bis dahin ausgebaute Fahrplanangebot der Hochrhein- sowie der Garten- und Wiesentalbahn eine große Rolle.

Im gesamten Prozess werden stets die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten im Blick behalten. Hierbei ist zwischen der Finanzierung des Infrastrukturausbaus, den sogenannten Planungs- und Baukosten und der Finanzierung des Betriebs, was die laufenden Kosten durch den Eisenbahnverkehr meint, zu unterscheiden.

Die Finanzierung der Baukosten wird zum größten Teil durch die Förderung des Landes- und das Bundesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes gewährleistet. Diese ist in erster Linie von einem guten Nutzen-Kosten-Verhältnis der Reaktivierung der Kandertalbahn abhängig. Die Nutzen-Kosten-Analyse erfolgt hierfür nach festen, vom Land vorgeschriebenen Regeln im Rahmen der standardisierten Bewertung. Um diesen Punkt abschätzen zu können, erfolgt hierzu in der wirtschaftlichen Betrachtung der Machbarkeitsstudie eine vereinfachte Berechnung des Nutzen-Kosten-Indikators.

Die Finanzierung des Bahnbetriebs ist grundsätzlich Aufgabe des Landes. Hierzu wurde bekannt gegeben, dass der Betrieb auf den ersten 100 Kilometern reaktivierter Strecke vorrangig finanziert wird. Entsprechende Mittel sind bereits reserviert.

Mit der Durchführung der Machbarkeitsstudie fördern die Städte und Gemeinden sowie der Landkreis konkret die Erreichbarkeit dieses Ziels. Im Landesvergleich sind die Reaktivierungsuntersuchungen sehr weit fortgeschritten, weshalb die Chancen, dass die Kandertal-S-Bahn Teil der ersten 100 reaktivierten Kilometer ist, gut gewahrt werden können.

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