Kandern Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif

Ein Impulsreferat zum Thema hielt Norbert Zeller vom Kultusministerium (links). Rechtes Foto: Die Mitglieder der Podiumsrunde Waltraud Hermann, Barbara Walz und Helmut Rüdlin (v. l.) freuen sich über die von Gabriele Weber angepriesenen Geschenke; hier Wein von der St. Christopherus-Werksiedlung. Fotos: Alexandra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Inklusive Bildungsangebote als Alternative zur Sonderschule funktionieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Diese Erkenntnis war vielleicht die Quintessenz des Themenabends „Inklusive Schule“, zu dem der SPD-Ortsverein Kandern in den Bürgersaal eingeladen hatte. Das Interesse war unerwartet groß. Für die knapp 50 Besucher musste zweimal nachgestuhlt werden.

„Jetzt stehen wir wieder vor Veränderungen in der Schullandschaft“, stellte Elisabeth Kurtenbach-Sepp, Vorsitzende der SPD Kandern, in ihrer Begrüßung fest. Denn bis zum kommenden Schuljahr soll eine Gesetzesänderung in Kraft treten, derzufolge sich Eltern behinderter Kinder auch für eine allgemeine Schule entscheiden können. Landtagsabgeordneter Christoph Bayer, der den Abend mit initiiert hatte, sprach in diesem Zusammenhang von einer „gigantischen Mega-Aufgabe“.

Mit seinen Worten machte Bayer auch gespannt auf das Impulsreferat von Norbert Zeller von der Stabsstelle Gemeinschaftsschule / Inklusion beim Kultusministerium. Er beschrieb Zeller aufgrund seines Werdegangs vom Sonderschullehrer über den Landtag ins Ministerium als echte Kapazität auf seinem Gebiet.

Norbert Zeller verwies dann vor allem auf die Bedeutung der Zusammenarbeit, insbesondere mit den Kommunen. „Inklusion ist nicht zum Nulltarif zu haben“, betonte er. Bei den Gemeinschaftsschulen sei die Inklusion bereits im Schulgesetz verankert, berichtete Zeller. Jedoch gebe es für Eltern keinen Anspruch auf eine bestimmte Schule. Bei ihrer Wahl sollten sie sich von Fachleuten beraten lassen. „Die Sonderschule wird nicht abgeschafft“, stellte er klar.

Bis zum Schuljahr 2016/ 17 stellte Zeller zudem Bildungspläne auf unterschiedlichen Niveaustufen in Aussicht. Er sprach sich dafür aus, mehrere Kinder mit Behinderung in den Klassen an den Regelschulen gleichzeitig unterzubringen. Ein einzelnes Kind würde sich unter Umständen verloren vorkommen, argumentierte er. Zudem sei es bei gruppenbezogenen Lösungen besser möglich, einen Sonderpädagogen mit ins Boot zu holen.

„Aber auch die Sonderschulen werden sich verändern“, war sich Norbert Zeller sicher. Unklar sei derzeit, ob sich jeder Standort werde halten können. Zeller betonte, dass die Inklusion die Aufgabe aller Schularten sei. Bei der Steuerung – „möglichst wohnortsnah und gruppenbezogen“ – sah er die Schulämter in der Pflicht.

Die Schulgesetzänderung nun zu verabschieden nannte Norbert Zeller als aktuelles Ziel seiner Stabstelle beim Kultusministerium , die zum 1. Februar in eine andere integriert werden wird.

Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen haben die Vereinten Nationen das Ziel für eine inklusive Gesellschaft beschrieben. Die Konvention fordert Inklusion, also die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Leitbild im Bereich der Bildung ist das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen. (Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend, Sport Baden-Württemberg)

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