Kandern „Jetzt braucht es klare Signale“

Kandertal. Eine Vielzahl an Akteuren macht sich gerade stark für eine Weiterentwicklung des Nahverkehrs im Kandertal: Initiativen wie die IG Pro Kandertalbahn, die Gründung eines Fördervereins und zuletzt die Veranstaltung am Montag der Nahverkehrsinitiative mit der Stadt Kandern zur Entwicklungsachse Kandertal bringen eine Vielzahl an Impulsen für eine schnelle Reaktivierung der Kandertalbahn. „Eine einhellige Formulierung des politischen Willens des Kandertals für eine Reaktivierung ist unbedingt erforderlich für deren Realisierung“, sagt der Grünen-Abgeordnete Josha Frey. „Ich begrüße diese Initiativen ausdrücklich.“

Daher bedauert er, dass von Seiten des Landratsamts diese Impulse mit der gestern in der Presse zitierten Aussage, die Kandertalbahn werde im nächsten Nahverkehrsplan nicht enthalten sein, gebremst werden. Zwar sei es nach dem ÖPNV-Gesetz Baden-Württembergs richtig, dass das Land Träger der Aufgabe des Schienenpersonennahverkehrs sei, jedoch sind auch andere Modelle der Trägerschaft, zum Beispiel mit kommunaler Beteiligung, möglich. „Deswegen kann im Prozess der Weiterentwicklung des Nahverkehrsplans spätestens in drei Jahren durchaus zusammen mit den Kommunen, Regionalverbänden und Verkehrsunternehmen die Idee einer Kandertalbahn im Nahverkehrsplan entwickelt werden,“ berichtigt Frey.

Auch er hat sich zur Frage der möglichen Reaktivierung der Kandertalstrecke erneut an das Landesverkehrsministerium gewandt, nachdem die Grüne Kreistagsfraktion in einem Antrag auf die verstärkte Förderung von Pilotprojekten mit Hybridfahrzeugen durch das Verkehrsministerium hingewiesen hatte. Die nun vorliegende Antwort des Ministeriums macht deutlich, dass „das Land einer Reaktivierung der Kandertalbahn aufgeschlossen gegenüber steht“. Dabei könne auch der Einsatz von Hybridzügen eine mögliche Option sein. Eine Einbindung der Kandertal-S-Bahn ins Regio-S-Bahn-Konzept sei dabei außerdem eine wichtige Basis.

Da von einem höheren als bisher angenommenen Bevölkerungswachstum in Kandern ausgegangen werden könne – wie zum Beispiel auch die unterschätzten Zahlen in Binzen in der Prognose von 2011 zeigen –, werde sich die Kandertalbahn sicherlich auch wirtschaftlich darstellen lassen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

„Damit diskutieren wir nicht mehr, ob die Kandertal-S-Bahn kommt, sondern wie“, ist Frey überzeugt. Und er fügt hinzu: „Jetzt braucht es bald klare Signale aus der Region, dass die Reaktivierung ein gemeinsames Ziel ist und eine belastbare Perspektive für einen künftigen Regelbetrieb besteht. Ohne diese klaren Signale wird das Land auch nicht aktiv.“

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