Kandern Kandern die zweite Heimat

Annemarie Nelke ist 90. Foto: Brombacher Foto: Weiler Zeitung

Kandern (bb). Ihren 88. konnte Annemarie Nelke noch in der Wohnung an der Waldeckstraße feiern. Im November 2013 musste sie ihren Haushalt aufgeben, weil sie altersbedingt auf fremde Hilfe angewiesen wurde. Morgen, am 4. Juni, wird sie im Luise-Klaiber-Haus 90 Jahre alt.

In Bad Lauchstedt wuchs Annemarie Spengler, so ihr Mädchenname, mit zwei Geschwistern auf. Nach Schulzeit und Pflichtjahr auf einem Bauernhof wechselte sie in den Haushalt einer Gärtnerei. 1946 heiratete sie Rudolf Nelke. Auf Grund des Arbeiter- und Bauernaufstandes am 17. Juni 1953 musste der Gatte die DDR verlassen, um einer Verhaftung zu entgehen.

Mit den zwei Söhnen musste sich Annemarie Nelke dann zwei Jahre lang in verschiedenen Flüchtlingslagern aufhalten, bevor die Familie 1955 in Kandern wieder vereint war. Hier hatte der Familienvater Unterkunft und Arbeit bei Elektro-Langholz gefunden.

Kandern ist der Jubilarin längst zur zweiten Heimat geworden. Viele Freunde und Bekanntschaften fand sie im Schwarzwaldverein, wo sich der Gatte über Jahrzehnte als Naturschutzwart engagierte.

Seit dem Tod des Ehemanns im Jahr 2007 führte Annemarie Nelke einen Alleinhaushalt, bis sie wegen Bewegungs- und Gedächtniseinschränkungen ins Pflegeheim zog. Die Familien der Söhne mit zwei Enkelinnen und drei Urenkeln leben in der nahen Umgebung. Angehörige kommen regelmäßig zu Besuch und werden auch am Ehrentag gratulieren.

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