Kandern Kandern überdenkt seine Ausgaben

Janine Ak
Das Freibad Kandern soll saniert werden. Foto: Archiv/ag

Im Kanderner Gemeinderat am Montag stand erneut der Haushaltsplan für das Jahr 2023 auf der Tagesordnung. Kämmerer Benedikt Merkel stellte vor, was sich nach jüngsten Berechnungen noch ändert. Im Anschluss wurde über die „Wackelkandidaten“ unter den geplanten Investitionen beraten.

Von Janine Ak

Kandern. Hatte der Kämmerer nach dem Verwaltungsausschuss am 7. November im Ergebnishaushalt noch mit einem Minus von 578 000 Euro gerechnet, so kommt er aktuell auf ein Minus von 895 000 Euro. Das liegt daran, dass knapp 317 000 Euro an Aufwendungen neu hinzugekommen sind. Und zwar der Betriebskostenzuschuss für den Kindergarten Feuerbach in Höhe von 22 000 Euro, die Kreisumlage mit 74 200 Euro sowie 220 000 Euro an Stromkosten. „Ende des Jahres läuft unser Stromliefervertrag aus“, erläuterte Merkel. In den vergangenen zwei bis drei Wochen habe es auf dem Markt eine leichte Entspannung gegeben, sodass die Kilowattstunde aktuell etwa zehn Cent günstiger sei als bisher. Die Preise änderten sich „tagesaktuell, fast stundenaktuell“. Er sei aber zuversichtlich, „dass wir mit zwei bis drei Angeboten rechnen können“.

Er habe bei seinen Berechnungen für 2023 bereits eine Stromeinsparung von fünf Prozent angenommen. Im Kernhaushalt habe er bisher insgesamt 573 000 Euro für Stromkosten veranschlagt. „Nun werden wir noch 220 000 Euro nachschießen müssen. Das ist das 5,3-fache von dem, was wir im Jahr 2021 hatten“, verdeutlichte der Kämmerer.

Da durch neue Tarifabschlüsse auf die Stadt Kandern eventuell zusätzlich höhere Personalkosten zukommen und die Stadt „mindestens eine Million auf der Seite“ haben sollte, wie Merkel schon in vergangenen Sitzungen mehrfach betont hat, nahmen sich die Räte im Anschluss die Liste mit den für 2023 geplanten Investitionen nochmals vor. Bereits vorberaten hatten sie, welche der Maßnahmen aus dem Haushalt 2023 herausfallen könnten und für welche weniger Geld ausgegeben werden könnte.

Eine statt drei FSJ-Stellen

So entschied sich der Rat, statt 24 000 Euro für drei FSJ-Stellen nur 8000 Euro für eine einzige auszugeben, die an der August-Macke-Schule angesiedelt ist. An den beiden Grundschulen wird es keine solchen Stellen geben.

Die 41 900 Euro, die für Jugendsozialarbeit im Jugendzentrum „Downtown“ am Kanderner Bahnhof ausgegeben werden sollten, werden ganz gestrichen. Die Maßnahme soll verschoben werden, bis ein Konzept ausgearbeitet ist, so der Tenor.

Der Bolzplatz in Tannenkirch hat es mit knapp 91 000 Euro in den Haushalt 2023 geschafft. Eine Mehrheit der Räte sprach sich dafür aus, nicht an diesem lang geplanten Projekt für die Jugend zu sparen.

Bei zwei weiteren Maßnahmen konnte man die Kosten stark reduzieren: Das Streichen der Fassade des Schlachthauses und des großen Scheunentors in Sitzenkirch kann für 5000 statt wie geplant für 14 000 Euro erledigt werden. Ebenso die Unterhaltung der Brunnen in Riedlingen: Hier werden nur noch 8000 statt der anfangs veranschlagten 48 000 Euro benötigt, da es auch mit einfacheren Mitteln geht.

Für die Sanierung des Freibads Kandern werden statt 430 000 Euro, das „All-inclusive-Paket“, so Bürgermeisterin Simone Penner, zunächst nur 30 000 Euro in den kommenden Haushalt eingestellt, da das Projekt noch ausgearbeitet werden muss.

Die Sanierung des Gemeindesaals Feuerbach kommt mit 25 000 Euro aus dem Jahr 2022 aus und wird nicht auf 50 000 Euro aufgestockt.

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