Kandern Kandertalstrecke „nicht wirtschaftlich“

pd
Die Machbarkeitsstudie Kandertalbahn sieht eine Reaktivierung der Kandertalstrecke zwar als technisch möglich an. Die Wirtschaftlichkeit aber sei derzeit nicht gegeben. Foto: Pixabay

Der gemeinsame Abschlussbericht der Verkehrsstudie Kandertal und der Machbarkeitsstudie Kandertal-S-Bahn ist seit Mittwoch einsehbar. Das darin erstellte Buskonzept soll den ÖPNV ab 2026 deutlich verbessern.

Parallel wurde die Reaktivierung der Kandertalbahn untersucht. Der Prozess im Kandertal hat zudem zur Gründung des Mobilitätsnetzwerks Oberrhein geführt.

Aufbauend auf das Raumkonzept „Kandertal 2040“ wurde die Verkehrsstudie Kandertal von den Projektpartnern Kandern, Lörrach und Weil am Rhein, Binzen, Rümmingen, Wittlingen, Schallbach und Malsburg-Marzell sowie dem Landkreis Lörrach beauftragt und 2021 fertiggestellt, teilt das Landratsamt Lörrach mit. Die Studie ist vom Land Baden-Württemberg gefördert und wurde von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) begleitet.

Konzept für Busverkehr

In der Verkehrsstudie wurde ein Buskonzept erarbeitet, das auf die bestehenden Hauptachsen mit den Linien 55 (Kandern–Basel) und 54 (Kandern–Lörrach/Brombach) aufbaut und diese weiterentwickelt. Der ÖPNV im Kandertal wird mit einem flächendeckenden und getakteten Busverkehr fit für die modernen Anforderungen gemacht, heißt es in der Mitteilung. An einer Umsetzung bis 2026 wird gearbeitet.

Zur Kandertalstrecke

Parallel wurde die Reaktivierung der Kandertalstrecke auf S-Bahn-Niveau untersucht. Die Bahnlinie ersetzt hierbei die Schnellbusverbindung Kandern–Basel, die anschließenden Busse sind auf den Takt der Bahn abgestimmt. Das Ergebnis der Verkehrsstudie wurde im Februar 2022 öffentlich vorgestellt.

Zur Reaktivierung der Kandertalbahn hat die Verkehrsstudie eine Auswahl an möglichen Varianten hervorgebracht. Diese wurden seit 2021 in einer weiterführenden Machbarkeitsstudie vertieft, um eine Faktengrundlage für eine politische Entscheidung zu schaffen. Im Mittelpunkt steht hierbei die Frage, ob eine Reaktivierung volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Hierfür wurde aus den verschiedenen Konzepten eine Vorzugsvariante herausgearbeitet, wonach Kandern über Haltingen durch eine neue Linie S 7 stündlich an Basel angeschlossen und alternierend über eine Verlängerung der S 5 im Stundentakt mit dem Wiesental verbunden werden sollte. Die beiden Linien ergänzen sich in dem Konzept zwischen Haltingen und Kandern zu einem Halbstundentakt. Die Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten der Vorzugsvariante hat ergeben, dass die Reaktivierung auf der derzeitigen Grundlage technisch machbar ist, jedoch als nicht wirtschaftlich gilt.

Der Abschlussbericht der Verkehrsstudie Kandertal und der Machbarkeitsstudie Kandertal-S-Bahn ist unter www.loerrach-landkreis.de/machbarkeitsstudie-kandertal veröffentlicht.

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