Kandern (ag). Die Menschen werden älter – und das bringt für die Gesellschaft neue Herausforderungen mit sich. Der SPD-Ortsverein Kandern hat deshalb am Mittwoch zu einem Themenabend unter der Überschrift „Älter werden in Kandern – Perspektiven für meinen Lebensabend“ eingeladen. Mit dabei war auch die SPD-Landtagskandidatin Birte Könnecke.

Könnecke sah Alterswohngemeinschaften mit ambulanter Pflege als eine Möglichkeit an, fehlende familiäre Strukturen zu ersetzen. Die Gemeinden müssten das Augenmerk zunehmend auf Barrierefreiheit richten, betonte sie außerdem, da viele die Treppen eben nicht mehr hochkommen würden.

SPD-Gemeinderätin Gabriele Weber fand es wichtig, dass soziales Leben auch im Alter möglich bleibt. Dafür sorgt in Kandern unter anderem das DRK mit Spiele- und Singnachmittagen, Seniorengymnastik und Ausflügen, wie Gerlinde Engler vom DRK-Kreisverband ausführte.

Für jene Menschen, die nicht mehr mobil sind, wünschte sie sich mehr Freiwillige für Besuchsdienste.

Engler war auch die erste in der Runde, die auf ein weiteres Problem hinwies: fehlende Angebote für jüngere Menschen mit Einschränkungen. Auch sie müssten häufig im Pflegeheim mit einem hohen Anteil an Demenzkranken untergebracht werden. Dies sei häufig eine deprimierende Erfahrung für diese Leute. Andere Experten aus dem Pflegebereich teilten ihre Einschätzung.

Etwa Kathrin Waegner von der Kirchlichen Sozialstation Südliches Markgräflerland. Sie wünschte sich für die wenig mobile Klientel vor allem mehr Freiwillige in der Nachbarschaftshilfe, die die Pflegebedürftigen zum Beispiel zum Arzt begleiten. Auch war sie dafür, mehr Tagespflegeplätze zu schaffen.

Theo Lucaßen wies auf das Problem einer mangelhaften Beratung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen hin. Er bedauerte, dass das Interesse immer erst dann da sei, wenn jemand in der Familie betroffen ist. „Wir hätten uns nicht vorbereiten können. Es kam alles ganz anders“, erzählte Elisabeth Kurtenbach-Sepp, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Kandern, von den Erfahrungen, die sie und ihre Geschwister mit dem Krankheitsverlauf ihrer Eltern gemacht hatten. Sie hätte sich aber in dieser Zeit eine gute Beratung gewünscht.

Theo Lucaßen hielt das Thema für zu komplex, um es in einer Broschüre hinreichend darstellen zu können. Auch deshalb wurde vorgeschlagen, dass man verstärkt auf jene Einrichtungen vor Ort hinweisen sollte, die eine persönliche Beratung bieten.

Bemängelt wurde außerdem, dass das Wohnen in Kanderner Altenheimen lediglich ein barrierefreies, jedoch kein betreutes sei, wie es ursprünglich eigentlich vorgesehen war.