Kandern Kaum erschwingliche Kaufangebote

Weiler Zeitung, 14.06.2018 22:19 Uhr

Der Wohnungsmarkt im Landkreis ist angespannt. Und das betrifft schon lange nicht mehr nur die größeren Städte, sondern macht sich auch im ländlichen Raum zunehmend bemerkbar. Immobilienmaklerin Kaja Wohlschlegel vom Kanderner Büro Seiter Immobilien schildert aus ihrem Berufsalltag eine für alle Beteiligten schwierige Situation.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. „Die Nachfrage ist immens, und es ist schwierig überhaupt an Objekte heranzukommen“, beschreibt Wohlschlegel die Situation aus Makler-Sicht. Die Kernstadt von Kandern sei ohnehin wie leer gefegt. Wenn es noch erschwingliche Kaufangebote gebe, dann zumeist in den Ortsteilen von Kandern oder in Malsburg-Marzell.

Dennoch seien auch die potenziellen Käufer wählerischer geworden. Während Interessenten vor ein paar Jahren schon einmal spontan zusagten, hätten sie nun zunehmend hohe Ansprüche.

„Die Käufer sind verunsichert und wollen das alles stimmt“, hat Wohlschlegel festgestellt. Sie führt dies vor allem auch auf die horrend gestiegenen Preise am Immobilienmarkt zurück.

Negativ bemerkbar machen sich in der Region zudem die hohen Handwerkerkosten, weil viele Firmen ausgelastet sind. Auch das müsse mit einkalkuliert werden, weiß die Maklerin. Schnell sei man dann bei Quadratmeterpreisen von 400 Euro. Ist dann auch noch die Denkmalschutzbehörde involviert, werde ein Objekt für einen Käufer schnell unerschwinglich und somit uninteressant.

Kommen Käufer und Verkäufer dann doch zusammen, steht die nächste Herausforderung an: Die Banken fordern offenbar immer mehr Dokumente und Unterlagen. Und beim zentralen Grundbuchamt in Emmendingen sind die Wartezeiten mitunter lang. Die Bürokratie sei überbordend geworden, bedauert Wohlschlegel.

Mietwohnungen vermittelt das Kanderner Immobilienbüro nur selten. Auf dem Mietwohnungsmarkt würde zumeist auf Makler verzichtet. Nur wer mit einem Mieter schon einmal auf die Nase gefallen sei, wende sich manchmal lieber an ein Immobilienbüro. Denn Mieter hätten viele Rechte, und man könne als Vermieter einiges falsch machen, etwa bei der Nebenkostenabrechnung, berichtet Wohlschlegel.

Sie weiß von vielen leer stehenden Wohnungen, weil die Vermieter schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben – etwa mit einem Messie. Hinzu komme ein mitunter „extremer Kündigungsschutz“, der so manchen Vermieter offenbar zurückhaltend werden lässt.

Andere Vermieter holen angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt das Maximum heraus. Ein Mietpreis unter zehn Euro pro Quadratmeter für einen Neubau sei auch in Kandern mittlerweile fast aussichtslos.

Und dann gibt es noch die ganz besonderen Objekte, für die fast schon ein Liebhaber gefunden werden muss: Bei Seiter Immobilien hat man derzeit drei dieser Gebäude im Angebot: Das Bahnhöfli in Hammerstein, ein Landgasthof direkt an der Kandertalbahn, das Areal des Gasthauses „Pflug“ im Storchendorf Holzen sowie ein Teilbereich des ehemaligen Schulhauses in Tannenkirch.

 
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