Kandern Mehr Ruhe für die Werksiedlung

Kandern - Motorradlärm kann zur Qual werden. Insbesondere dann, wenn man an einer bei Bikern beliebten Strecke wohnt. Ein neues „Motorradlärmdisplay“ an der L 135 oberhalb der Werksiedlung St. Christoph in Kandern soll dort nun für mehr Ruhe sorgen. Es ist eines von zwei Geräten dieser Art im Landkreis, die dank Spenden und Zuschüssen neu aufgestellt werden konnten.

Gestern trafen sich an der Aktion Beteiligte vor Ort, um das Gerät in Augenschein zu nehmen. Auf Motorradfahrer mussten sie bei herrlichem Sonnenschein nicht lange warten. An diesem Morgen bescheinigte ihnen das Display mit einem simplen, in grüner Leuchtschrift gehaltenen „Danke“ ausnahmslos einen vernünftigen Fahrstil. Das Gerät misst sowohl den Lärm als auch die Geschwindigkeit.

16 800 Euro hat das neue Motorradlärmdisplay gekostet. 5000 Euro von dieser Summe übernimmt die Christopherus-Stiftung, wie Michael Schumann aus dem Vorstand vor Ort erklärte. Die Stiftung habe das Ganze erst ins Rollen gebracht, sagte er.

Des Weiteren gibt es einen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro vom Land Baden-Württemberg. Die restlichen 7800 Euro teilen sich die Stadt Kandern und der Landkreis.

Aufgebaut wurde das Gerät von einer Fachfirma und dem städtischen Bauhof, der in der Folge auch die Wartung und den Abbau zum Saisonende übernimmt.

Das zweite Gerät beim Haus am Stalten in Endenburg wurde auf ähnliche Weise finanziert, wie Ortsvorsteherin Daniela Trefzer vor Ort berichtete. Schon länger gibt es solche Geräte bei Todtnau-Präg und Schopfheim-Gersbach.

Die idyllische Gegend ist bei Motorradfahrern beliebt. Gerne werden hier auch Runden gedreht – von Kandern über Schlächtenhaus und Sallneck oder das Kleine Wiesental zurück. Gunther Braun, Bürgermeister in Steinen, berichtete von Schweizern, die ihre Motorräder hier in Garagen abstellen, um dann an den Wochenenden in Deutschland mit weniger restriktiven Beschränkungen auf Tour zu gehen. „Das müssen wir erschweren.“

Auf die Problematik aufmerksam machen

„Es geht nicht ums Madigmachen. Die Leute sollen ihre Freizeit hier genießen“, sagte Kanderns Bürgermeisterin Simone Penner. Dennoch wolle man auf die Problematik aufmerksam machen.

Erst kürzlich ist die Stadt Kandern der Initiative „Motorradlärm“ beigetreten, die auf politisch höheren Ebenen auf Anpassungen in der Gesetzgebung hinwirken will. Dabei gehe es darum, etwas gegen schnelles, lautes Fahren zu unternehmen, sprach auch Doris Munzig vom Landratsamt Lörrach, Fachbereich Verkehr, die Problematik an.

Munzig wusste zudem zu berichten, dass Motorradlärmdisplays in ersten Untersuchungen nachweislich eine Verbesserung zwischen zwei und fünf Prozent gebracht hätten. Es gehe vor allem um die wenigen schwarzen Schafe, meinte sie. „Die Geräte sollen sensibilisieren“, betonte Schumann.

Thomas Kruse, Technischer Leiter der Werksiedlung in Kandern, wollte die Motorradfahrer nicht einseitig belasten. Er sprach einen Trend auch zu lauter werdenden Autos an. „Da muss die Gesellschaft umdenken“, so sein Fazit.

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