Kandern Mit ferngesteuertem Kran geworben

Reinhard Cremer
Das Bauunternehmen Kammerer hatte einen Lkw-Kran mitgebracht, den die Schüler über eine Fernbedienung selber steuern durften. Foto: Reinhard Cremer

Berufsinfotag: Unternehmen, Behörden und Berufsschulen stellen sich an der August-Macke-Schule vor

Jedes Jahr stehen Schulabsolventen vor den gleichen Fragen: Für welchen Beruf soll ich mich entscheiden? Passt der Berufswunsch auch zu meinen schulischen und persönlichen Voraussetzungen? Viele sind sich über ihre Neigungen und Talente nicht im Klaren, vielen fehlt Orientierung in der Menge an Möglichkeiten.

Von Reinhard Cremer

Kandern. Seit 2013 gibt es, mit coronabedingter Unterbrechung, an der Kanderner August-Macke-Schule (AMS) den Berufsinfotag, um den Schülern für die Wahl eines passenden Ausbildungsplatzes Informationen und Anregungen zu geben. Hierbei können sich Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Behörden oder weiterführende Schulen den künftigen Auszubildenden präsentieren.

Zum diesjährigen Infotag konnte Rektorin Elfi Simon 20 Teilnehmer (siehe Infokasten) begrüßen. Planung und Durchführung der Veranstaltung oblagen Michaela Tuschy und Tobias Rist. Simon betonte, dass ihre Vision einer guten Schule unter anderem eine gute Berufsorientierung mit möglichst vielen Praktika, der Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und mit möglichst vielen Kooperationspartnern beinhalte.

Schüler und Betriebe lernen sich kennen

In den Klassenräumen hatten die Unternehmen wie gewohnt Gelegenheit, sich mit dem mitgebrachten Equipment den Interessenten zu präsentieren. In zwei Durchgängen konnten die Schüler zwei Betriebe kennenlernen.

Die Angebote stießen auf unterschiedliche Resonanz. Wieder einmal wurde deutlich, dass handwerklich ausgerichtete Berufe immer noch fast ausschließlich von jungen Männern gewählt werden. Gegenüber unserer Zeitung bedauerte Ralf Veit, beim Elektrotechnik-Unternehmen Bieg zuständig für Vertrieb und Technik, dass sein Berufszweig offenbar „eine reine Männerdomäne“ sei.

Bei früheren Veranstaltungen war hingegen das Interesse der Schülerinnen an Pflegeberufen stärker. In diesem Jahr fand lediglich eine Schülerin den Weg zur Vorstellung des Luise-Klaiber-Hauses. „Dabei suchen wir händeringend Auszubildende“, betonte der Leiter des Pflege- und Altenheims, Alexander Kreet, bei der Präsentation.

Nicht über fehlende Resonanz klagen konnte Hoffmann La Roche. Auch die beiden Präsentationen des Landratsamts waren gut besucht. Für Schüler, die sich für Stahlbetonbau oder eine Maurer-Lehre interessierten, hatte das Bauunternehmen Kammerer zusätzlich zur Präsentation einen Lkw auf dem Schulhof aufgestellt. Per Fernbedienung konnte der Ladekran bewegt werden.

Vincent Naudit, Auszubildender im zweiten Lehrjahr als Blechner, wies im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Situation bei den Heizung-Sanitär-Blechner-Betrieben hin. Im seinem Lehrjahr gebe es in mehr als 300 Betrieben lediglich 60 Auszubildende. Es gingen mehr Mitarbeiter in Rente als neue hinzukämen.

Hauptthemen bei allen Betrieben und Einrichtungen waren Ausbildungsinhalte, Karrierechancen und natürlich der Verdienst.

In einer Pause zwischen den Blöcken hatten alle Vertreter der teilnehmenden Betriebe und interessierte Schüler Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Anschluss an die Informationsveranstaltung hatte die Rektorin die Teilnehmer in die Schulmensa eingeladen, um ihnen eine mögliche Kooperationsvereinbarung mit der Schule vorzustellen.

Vereinbarung für mehr Kooperation

Ziel einer solchen Vereinbarung ist es, für eine praxisnahe Berufsorientierung junger Menschen die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben zu fördern. Dazu stellen die Vertragspartner sich und ihre Aktivitäten vor. So wirbt die AMS damit, dass in modern ausgestatteten Klassen- und Gruppenräumen, Fachräumen und Werkstätten praxisbezogen etwa 270 Schüler lernen und arbeiten.

Der Partnerbetrieb soll so die Möglichkeit erhalten, „engagierte und qualifizierte Nachwuchskräfte kennenzulernen, zu fördern und zu akquirieren“.

Darüber hinaus informierte die Rektorin über ein von der Bundesagentur für Arbeit gefördertes „Mutmacherseminar“. In vier Schritten sollen die jungen Menschen dabei – unterstützt von Coaches – ihr Potenzial entdecken, um so den Weg in den möglichst richtigen Beruf zu finden.

Am Ende des Tages äußerte sich Rektorin Elfi Simon überzeugt, dass die Schülerinnen und Schüler an diesem Nachmittag viele neue verwertbare Eindrücke hatten sammeln können.

Die Teilnehmer beim Berufsinfotag (in alphabetischer Reihenfolge): Arnold Heizung-Sanitär-Blechnerei, Bieg Elektrotechnik, Braun Straßenbau, Bürkle GmbH, Dieter-Kaltenbach-Stiftung, Endress+Hauser, Graf Sanitär,

Hoffman La Roche, Hotel Markushof, Kaltenbach GmbH, Kammerer Bauunternehmen, Landratsamt Lörrach, Luise-Klaiber-Haus, A. Raymond GmbH, Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, Stadt Kandern sowie die Agentur für Arbeit Lörrach, die Mathilde-Planck-Schule Lörrach, die Kaufmännische Schule Lörrach und die Georg-Kerschensteiner-Schule Müllheim.

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