Kandern Mit Großstädten nicht vergleichbar

Wie ausgestorben wirkt derzeit die Kanderner Innenstadt. Die Einzelhändler hoffen auf ein baldiges Ende des Lockdowns. Foto: Alexan­dra Günzschel

Kandern - Kurz vor Weihnachten begann auch für die Einzelhändler der erneute Lockdown. Mindestens bis Ende Januar wird er noch andauern. Für viele Gewerbetreibende bedeutet dies einen Kraftakt. Doch es gibt Möglichkeiten, lokale Anbieter auch jetzt zu unterstützen.

Darauf weist die Vorsitzende des Kanderner Werberings, Gerlinde Dziedo, hin. „Auch wir können vieles von einem Tag auf den anderen liefern“, macht sie deutlich. Jeder lokale Geschäftsinhaber werde sich bemühen, die Wünsche der Kunden so bald wie möglich zu erfüllen. Eine Auflistung aller Kanderner Geschäfte findet man auf der Internetseite des Werberings Kandern, die über die Homepage der Stadt (www.kandern.de) aufgerufen werden kann.

Was den zweiten Lockdown betrifft, spricht Gerlinde Dziedo von einer Zumutung gerade für die vielen Familienbetriebe in Kandern. Bisher hätten die Einzelhändler noch keine staatlichen Hilfen bekommen, kritisiert sie außerdem.

„Ich habe Respekt vor dieser Krankheit“, sagt Dziedo. Anstelle von pauschalen Verboten würde sie aber lieber auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen und einen umsichtigen Umgang im Miteinander setzen. Als positives Beispiel nennt sie die Schlangen vor der Postagentur, da die Kunden den Laden immer nur einzeln betreten.

„In Kandern sind vielleicht mal zwei, drei Leute in einem Geschäft“, sagt die Werbering-Vorsitzende. „Da ist die Ansteckungsgefahr viel geringer als in den großen Läden in großen Städten.“ Das sei doch gar nicht vergleichbar, so ihre Argumentation. Es könne einfach nicht sein, dass die Wirtschaft bis zum Existenzminimum heruntergefahren werde.

Dziedo hofft nun, dass sich bald etwas zum Positiven verändern wird, und die Kunden dann auch wiederkommen. Auch deshalb wird seit dieser Woche ein Lieferservice angeboten. Kanderner, die die lokalen Geschäfte unterstützen wollen, können ihre Bestellungen telefonisch oder per E-Mail aufgeben. Beim Finden der passenden Ware hilft die Auflistung der Geschäfte des Werberings.

Gerlinde Dziedo, die lange Zeit das Modegeschäft „fesch & chic“ an der Bahnhofstraße betrieben hat – dort hat nun mit ihrer Tochter die nächste Generation übernommen – , spricht auch über die besonderen Probleme in der Modebranche. „Wir bekommen schon die Sommerware rein, obwohl die Winterware noch hängt“, schildert die erfahrene Geschäftsfrau die problematische Situation. Immerhin hatte die Familie mit dem Vermieter Glück, er kommt ihnen in dieser schwierigen Zeit finanziell entgegen.

Für die Gastronomie hätte sich Dziedo Öffnungszeiten bis wenigstens 20 Uhr gewünscht. Denn sie weiß, dass vielen zur Zeit die Kontakte zu anderen fehlen.

Eigentlich wollte Dziedo den Vorsitz beim Werbering schon im vergangenen Frühjahr in jüngere Hände geben. Doch die Jahreshauptversammlung fiel aus, weshalb sie noch immer ihres Amtes waltet. Sobald es im Frühjahr wieder möglich ist, soll ihre Nachfolge geklärt werden.

Weitere Informationen: Unter https://werbering-kandern.de findet sich eine Auflistung aller Kanderner Geschäfte samt Kontaktdaten.

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