Kandern „Modernes Zeugs“, das ankommt

Weiler Zeitung
Rock-, Pop- und Jazz-Chöre der Region gaben sich am Sonntagabend im Feuerbacher Festzelt ein Stelldichein. Der Isteiner Chor „inTakt“, (im Bild) der unter Leitung von Susanne Lesnarowski lieferte dabei den längsten Konzertbeitrag ab. Foto: Walter Bronner Foto: Weiler Zeitung

Von Walter Bronner

Kandern-Feuerbach. Gar nicht unbescheiden war der sonntägliche Höhepunkt des Feuerbacher Chorjubiläums mit „Das Beste, was Südbaden zu bieten hat“ angekündigt. Diese vom Vorsitzenden des Jubelchors, Karl-Heinz Deiß, ausgegebene Vorschusslorbeeren-Parole galt den regionalen Rock-, Pop- und Jazzchören, die das Abendprogramm des zweiten Festtags bestritten und jeweils mit johlendem Auftritts-, Zwischen- und Schlussapplaus begrüßt und gewürdigt wurden.

Als Konzertgeber warteten nacheinander der Jazzchor Kandern (Leitung: Gergana Schneider), der Popchor Tannenkirch (Marlon Zickgraf), „Concordia Nora“ Laufen (Harald Dingenberg), der Chor „inTakt“ Istein (Susanne Lesnarowski) und der Rockchor Ötlingen (Dieter Rösch) mit einem herrlich vielfältigen Repertoire auf. Das Programm wies von A wie dem Toto-Hit „Africa“ bis Z wie (Frank) Zappa so gut wie alles auf, was in eine wohlsortierte Juke Box gehört: populäre Jazz-Standards, Referenztitel der Elite-Bands und Popstars, aufmunternde Gospels, erfrischender Swing- und Dixiesound, Musical-Hits, Film-Soundtracks, anrührende Balladen, herzzerreißende Barmusik und vielgeliebte Schlager.

Darunter sogar einige mit deutschem Text, wie das von den Laufenern pfiffig-schräg zelebrierte „Heimweh“-Lamento oder der Erkennungshit der DDR-Band Karat („Über sieben Brücken“) sowie die Herzschmerz- und Schickimicki-Parodien „Ohne Dich“ und Johannes Matthias Michels „Stehempfang“.

Titel wie „Sun, Sun, Sun“ und „Sing, Sing, Sing“, Adaptionen aus Best-Of-Alben von Eric Clapton, Brian Adams, Lady Gaga, den Les Humphreys, Mamas and the Papas und etwaigen anderen Rock- und Popbands fehlten ebenso wenig wie gepflegt arrangierte Varianten der globalen Folklore, etwa „The Drunken Sailor“ und „Captain John“.

Dass der Vortrag all dessen nicht nur die „angefressenen“ Fans begeisterte sondern auch jene Gäste, die mit dem „modernen Zeugs“ weniger am Hut haben, lag vor allem an der stilkonformen und stimmigen Wiedergabe. Da walteten durchweg ausgefeilte Harmonik, intonatorische Präzision, fesselnde dynamische Kontraste und vorzügliche stimmliche Präsenz. Zu bewundern gab es zudem häufig herausragenden solistischen Gesang und den wirkungsvollen Einsatz eines abwechselnd aufgebotenen Instrumentariums, das von Klavier und Gitarre bis zu Congas, Steeldrums und anderen Rhythmus-Instrumenten reichte.

Karl-Heinz Deiß gelang es dabei mit viel verbalem Geschick, die Hörerschaft im voll besetzten Zelt permanent zu konzentrierter Aufmerksamkeit zu animieren.

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