Kandern Noch eine Mordserie in Schottland

Mit Eintritt in den Ruhestand zog Uwe Trostmann nach Kandern und startete als Autor durch. Jetzt hat er seinen zweiten Krimi veröffentlicht. Foto: Alexan­dra Günzschel

Zuerst war es nur ein Krimi. Jetzt wird daraus eine Serie. Ein dreiviertel Jahr nach Erscheinen seines Thrillers „Giftiges Blut“ hat Uwe Trostmann mit einem zweiten Kriminalroman nachgelegt. Bei „Die zehn Kapitel der Vergeltung“ gibt es ein Wiedersehen mit dem Kommissariat an der schottischen Küste. Derweil arbeitet der Autor schon an einem dritten Teil, wie er verrät.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Der neue Krimi ist umfangreicher geworden als der erste. Auf mehr als 400 Seiten erlebt der Leser, wie die Angestellte Grace Jenkins immer tiefer in die Fänge eines Stalkers gerät, der sie ausspioniert, ihr unheimliche Briefe schreibt und sie schließlich gefangen nimmt. Der Täter will, dass seine Geisel für ihn einen Mord begeht.

Zur gleichen Zeit lässt Trostmann die Polizei lange im Dunkeln tappen. Morde in der Kokain-Szene halten Chief Inspector Roberta Foster und ihren Mitarbeiter Patrick Balmer auf Trab. Ob der ehemalige Chief Inspector Steve Brennan helfen kann? Obwohl bereits im Ruhestand mischt auch er bei dem Fall noch einmal mit.

Der Autor hat sich beim Schreiben selbst überrascht. „Ich habe ein Konzept und dann läuft plötzlich alles in eine ganz andere Richtung“, berichtet er über seine Erfahrungen mit Geschichten, die plötzlich ein Eigenleben entwickeln. Und so wurde aus dem Stalker am Ende ein Entführer, der sein Opfer mehr und mehr von sich abhängig macht. Trostmann widmet sich diesmal dem Stockholm-Syndrom. „Die Zusammenhänge werden erst nach und nach klar“, verspricht er Spannung bis zum Schluss.

Der neue Kriminalroman ist das fünfte Buch des Kanderner Autors, das innerhalb von anderthalb Jahren im Selfpublishing-Verlag „tredition“ erschienen ist. „Eigentlich schreibe ich nur ein Buch pro Jahr“, meint Trostmann. Denn seine drei Erstlingswerke erschienen quasi zeitgleich, nachdem er einen geeigneten Verlag samt Lektorin seines Vertrauens gefunden hatte. Für diese Romane gab es schon fertige Fragmente.

Feste Routinen für das Schreiben hat Trostmann nicht. Meistens gehe es in den Herbst- und Wintermonaten, wenn sich weniger draußen abspielt, schneller voran, sagt er. Diesmal kam ihm zusätzlich noch der lange Lockdown zugute. „Manchmal liegt ein Manuskript auch Wochen und Monate herum, weil die richtige Idee zum Weitermachen fehlt“, erklärt der Autor weiter. Ohnehin würde die gründliche Überarbeitung mit der Lektorin zumeist länger dauern als das Schreiben selbst. Auch die eine oder andere Sachfrage wird dann noch abgeklärt. „Ich möchte keinen allzu großen Humbug schreiben“, betont Trostmann.

Für seinen dritten und möglicherweise letzten Krimi der Reihe hat er nun ein Thema gewählt, mit dem er sich als ehemaliger Angestellter in der pharmazeutischen Industrie selbst ein wenig auskennt. „Es geht um Bioterrorismus“, gibt der Autor eine Vorschau auf seine aktuelle Arbeit.

Danach will sich Trostmann lieber wieder gesellschaftspolitischen Themen widmen. Anregungen dafür erhofft er sich von der Uni Freiburg, wo er vor der Pandemie als Gasthörer für Politologie, Soziologie und Geschichte eingeschrieben war. Im Frühjahr, so seine Vermutung, kann er dieses Hobby endlich wieder aufnehmen.

Weitere Informationen: www.uwetrostmann.de

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