Kandern Platz für hundert neue Einwohner

Symbolisch „rüttelt“ Feuerbachs Ortsvorsteher Martin Greiner am Ortsschild. Verkehrsteilnehmer, die vom Eggenertal aus kommen, haben hier freie Sicht auf die Baustelle „Mittelberg-Tal“, wo 21 Bauplätze für Einfamilien- oder Doppelhäuser entstehen. Seit zwei Wochen sind die Tiefbauarbeiten in vollem Gang. Noch in diesem Jahr soll die Bauplatzvergabe erfolgen.

Von Jutta Schütz

Kandern-Feuerbach. Bis zu 100 neue Einwohner könnte Feuerbach in naher Zukunft bekommen. Vielleicht muss dann auch das Ortschild etwas versetzt werden.

„Mittelberg-Tal“ ist das größte Baugebiet, das Feuerbach je hatte. „Es gab mal kleinere Baugebiete mit vier, fünf Bauplätzen, aber das ist schon länger her“, berichtet Greiner, während er mit seinem Auto einen Feldweg auf der gegenüberliegenden Talseite ansteuert. Denn von dort aus hat man den besten Blick auf die Bauarbeiten. Greiner will aber auch mit einer Fehlinformation aufräumen. „Bisher wurde fast immer die falsche Fläche abgelichtet, nämlich eine am Hang hinter der Kirche“, deutet er Richtung Süden. Diese war auch mal vor Jahren für eine Bebauung vorgesehen, ebenso wie eine Fläche auf der Talseite, auf der er jetzt steht. Aus beiden anvisierten Gebieten wurde aber nichts. „Wo wir jetzt stehen, war es zu schattig und zu steil, deshalb rückte ab 2015 der Mittelberg in den Fokus“, blickt Greiner zurück.

350 Einwohner hat der kleine Kanderner Teilort derzeit. „Das wird ein ordentliches Plus, wir hoffen, dass mindestens die Hälfte der Neuen Feuerbacher sein werden“, sagt der Ortsvorsteher. Er weiß, dass vor allem jüngere Leute im Dorf, aber auch Feuerbacher, die im Umland wohnen, großes Interesse an den Bauplätzen haben.

Vergeben werden sollen die Bauplätze, die zwischen 420 und 700 Quadratmeter groß sind, noch dieses Jahr. Damit die künftigen Feuerbacher mit Banken und Baufirmen Kontakt aufnehmen können. „Die Vergaberichtlinien und die Preise stehen noch nicht fest“, sagt Greiner, während es den Hang wieder hinab und weiter auf die Zufahrtsstraße zum Baugebiet geht.

Von Schatten jedenfalls kann in dem künftigen, 1,72 Hektar großen Wohngebiet kaum die Rede sein: Ist die Sonne erst einmal im Osten hinter der Hügelkette aufgegangen, wird sie die künftigen Häuser fast durchgängig bis abends bescheinen.

Noch begrüßt ein großer Graben die Baustellenbesucher. 1200 Meter an Rohrleitungen werden hier im Boden versenkt, schätzt Polier Jürgen Kopp von der Firma Joos, die die 1,4 Millionen Euro teuren Erschließungsarbeiten durchführt. Eine Ringleitung wird das Wohngebiet durchziehen, entlang der Straße und in der Mitte der vorgesehenen Schlaufe kann dann gebaut werden, informiert Bauleiter Christian Fischer, der dazu einen Plan auffaltet. Im Boden liegt bereits die Abwasserleitung. Darüber kommt die Frischwasserleitung, und darüber lagern die Leitungen für die Strom- und die Breitbandversorgung. In sechs bis acht Wochen sind die Kanäle fertig verlegt, danach erfolgt der Straßenbau. Zum Schluss, im Juni 2020, wird asphaltiert.

Angeschlossen wird die Kanalisation an die in der Eggener Straße. Diese stamme aus den 80er-Jahren, erinnert sich Greiner, und jetzt wird die Gelegenheit ergriffen, Teile davon zu erneuern. „Es liegen dort einige Leitungsteile auf Privatgrund, diese werden dann verlegt“, informiert Stadtbaumeister Hans-peter Amann vor Ort.

Glasfaser kommt

Amann hat in Sachen Breitband Neuigkeiten. Jetzt wollen, nachdem sich Jahre nichts getan hat, zwei Gesellschaften die Versorgung in den Boden bringen, die Telekom und der Zweckverband Breitbandversorgung. Glasfaser liegt dann im Neubaugebiet und ein Glasfaserstrang, an den man sich anschließen lassen kann, wird durch den Ort führen. Greiner staunt Bauklötze. „Jetzt doch die Telekom, die erst gar nicht wollte, ich kann‘s nicht glauben“, schüttelt er den Kopf.

Vorbei geht es zu Fuß an der bisherigen Siedlungsgrenze. Dort ist ein kleiner Schutzzaun aufgestellt. „Der verhindert, dass Eidechsen ins Baugebiet wandern“, erklärt Greiner. Rundum in den Bäumen hängen Kästen für diverse Fledermausarten – insgesamt sind es 20 Stück. „Noch wissen wir nicht, ob und welche Fledermäuse hier siedeln“, teilt Greiner mit.

Und die Bürgerinitiative, die sich gegen das Wohngebiet formiert hatte? „Nachdem wir uns vernünftig ausgetauscht hatten, ist es ruhig geworden – wie so oft handelte es sich um ein Kommunikationsproblem“, gesteht Greiner ein.

Er hofft nun, dass sich von den neuen Einwohnern der eine oder andere aktiv im Ort einbringen wird.

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