Kandern Probleme lösen als Berufung

Sabrina Winkler hat ihr Talent für Konfliktlösung zum Beruf gemacht. Foto: Kaja Wohlschlegel

Kandern-Sitzenkirch - Dem einen fehlt es an Ordnungssinn, der andere hadert mit seinem Geschmackssinn, wiederum andere stellen den Sinn des Lebens insgesamt in Frage. Sabrina Winkler aus Sitzenkirch, die seit neun Jahren als Mentaltrainerin arbeitet, findet mit ihren Kunden in ihrer „Sinnmacherei“ Wege, diese gefühlte Leere zu füllen.

Die Gründe, weshalb jemand auf Sinnsuche ist, sind vielfältig: Versagensängste, Stress, Probleme in der Beziehung oder eine undefinierbare innere Unzufriedenheit. Manchmal suchen Menschen Hilfe und wissen selbst nicht so genau, was ihnen fehlt.

Im ersten unverbindlichen Gespräch geht es zunächst nur darum, sich gegenseitig sympathisch zu finden. „Wenn die Chemie nicht stimmt, tut sich mein Kunde schwer, sich mir gegenüber zu öffnen“, erklärt Winkler. Die Arbeit an sich selbst sei anstrengend. „Wenn jemand 90 Minuten nur über sich selbst reden muss, ist er hinterher völlig ausgelaugt“, ergänzt sie.

Im Gespräch stellt die Trainerin Fragen, hält sich aber sonst zurück. „Meine eigene Meinung interessiert nicht“, sagt Winkler. Der „Coachee“, also der Kunde, solle mit der Zeit selbst einen Lösungsweg erkennen.

Die Gespräche finden in einem für den Kunden angenehmen Rahmen statt. Das kann bei einer Wanderung auf die Sausenburg sein oder bei einer Barfuß-Runde auf dem „Sinnespfad“. Die Trainerin lässt auch mit Lego-Steinen arbeiten oder an der „Aroma-Bar“, die angenehme Düfte ausströmt. Sie will die Sinne aktivieren.

Ihr Ziel ist es, dass jeder Suchende seine eigene Lebensphilosophie findet. Das kann beruflicher Erfolg sein oder das Finden des eigenen Stils, der sich nicht mehr von Trends beeinflussen lässt.

„Glückstagebuch“ lenkt den Blick auf kleine alltägliche Dinge

Dabei arbeite sie im Vergleich zu einem Psychologen nur an der Oberfläche, erklärt Winkler. Indem der Kunde sich von positiven Gedanken leiten lässt und Negatives ausblendet, soll er auf Dauer zu einer positiven inneren Grundhaltung gelangen.

Eine große Hilfe dabei ist das „Glückstagebuch“. Jeder Kunde soll abends vor dem Schlafengehen fünf Dinge aufschreiben, die er am Tag als schön empfunden hat. Dabei richten viele Leute den Fokus wieder auf die kleinen alltäglichen Dinge: einen Schmetterling, einen Regenbogen, ein nettes Gespräch, ein gutes Essen, eine von Tau überzogene Wiese oder der erste Schnee.

Der Mensch und seine Seele haben Sabrina Winkler schon immer fasziniert. Ihre Freunde haben das zu schätzen gelernt: Konnte einer nachts nicht schlafen – sie hatte einen Rat; quälten den anderen Konflikte – sie wusste, was zu tun ist. Genauso verhielt es sich, wenn Freunde unter Prüfungsangst litten oder am Ende des Tages noch viel unerledigte Arbeit auf dem Schreibtisch lag.

Eines Tages rieten ihr enge Freunde: „Mensch, mach das doch beruflich!“ Zunächst verdutzt, dachte Winkler schließlich intensiver über den Vorschlag nach. Genau das war es, was sie wollte.

Berufsbegleitend absolvierte sie eine Ausbildung zur Mentaltrainerin bei einem Tochterunternehmen der Deutschen Sporthochschule und investierte täglich mindestens zwei Stunden ins Studium von Fachbüchern und aktuellen Studien.

Jetzt hat Sabrina Winkler gerade einen „Mädels-Workshop“ entwickelt. Darin geht es um die Frage, wie nimmt sich ein Teenager wahr, wie entwickelt ein Mädchen ein gesundes Selbstbewusstsein? Außerdem dient der Workshop als Orientierungshilfe, wohin das Mädchen im Leben will, beruflich wie privat. Ein Workshop für Erwachsene ist gerade in Arbeit.

Weitere Informationen: www.sinnmacherei.de

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