Kandern Samttapeten „Made in Kandern“

Während Walter Ewert die eine Hälfte der Gäste durch den Betrieb führte, informierte Fritz Höferlin, Landwirt und Mitglied des BLHV-Vorstands (ganz rechts) darüber, wie sich das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ auf die lokale Landwirtschaft auswirken und die heimischen Winzer und Bauern in ihrer Existenz bedrohen wird. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Auf enormes Besucherinteresse ist die Einladung des Kanderner Werberings zur Besichtigung der WDS Druckfarbenfabrik gestoßen. Betriebsleiter Walter Ewert, der zusammen mit seinem Bruder Heiner das Unternehmen führt, teilte die 75 interessierten Gäste in zwei Gruppen auf, weil sonst die Menschentrauben um die diversen Druckmaschinen zu groß gewesen wären.

Kandern (wr). Während Ewert die eine Gruppe etwa eine Dreiviertelstunde lang durch seinen Betrieb führte, nutzte Fritz Höferlin aus Tannenkirch, Vorstandsmitglied des BLHV, die Plattform, um die Besucher aus Sicht der Landwirte und Winzer über die Konsequenzen zu informieren, die das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ für die regionale Landwirtschaft haben wird. Anschließend wurde gewechselt.

Beim Rundgang durch die Werkshallen klärte der Betriebsleiter die Besucher über die Produktpalette des Unternehmens auf. So versteht sich die WDS als Produzent hochwertiger Druckfarben für die Papierherstellung.

Doch hat sich das Unternehmen auch auf die Produktion edler Tapeten spezialisiert, insbesondere solche mit Metallic-Optik. So hat die Kanderner WDS Räume in der Elbphilharmonie in Hamburg mit Tapeten beliefert. Auch Schlösser und Königshäuser findet man in der Kundenkartei. Erst kürzlich ließ sich die norwegische Königin Sonja einen Raum mit bronzefarbener Samttapete „Made in Kandern“ tapezieren.

Neu im Sortiment ist die großflächige Beschichtung von Platten mit Bildern oder Ornamenten, die dann als Wandschmuck angeschraubt werden. Aufgrund ihrer Wasserbeständigkeit finden diese Platten auch Anwendungen in Bädern und Wellness-Landschaften.

Das Volksbegehren aus Sicht der Landwirte

Andernorts hielt auch Höferlin seinen Vortrag. Die Notwendigkeit des Artenschutzes ist auch für den Tannenkircher Landwirt und Ortsvorsteher unbestritten. Ihn stört jedoch die Art, wie das Volksbegehren umgesetzt werden soll. Vor allem, dass innerhalb von Schutzgebieten, zu denen auch der Naturpark Südschwarzwald oder der Kaiserstuhl zählen, keine Spritzmittel mehr verwendet werden dürfen, habe für die regionalen Landwirte und Winzer eine Bedrohung ihrer Existenz zur Folge.

„Niemand kauft einen wurmigen oder schorfigen Apfel“, erläuterte er. Auch biologischer Anbau sei ohne die Anwendung von Spritzmitteln nicht möglich.

Wird dieses Volksbegehren umgesetzt, habe die regionale Landwirtschaft keine Chance mehr. Die Regale in den Läden seien auch weiterhin voll. Nur stamme die Ware dann eben nicht mehr aus heimischer Landwirtschaft.

Höferlin legte den Besuchern deshalb ans Herz, sie mögen sich vorab kritisch mit dem Volksbegehren auseinandersetzen, bevor sie sich in einer Unterschriftenliste eintragen.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

Recep Tayyip Erdogan

Der Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien sorgt für viel Kritik. Die USA verhängen jetzt Sanktionen gegen die Türkei. Befürworten Sie das Vorgehen?

Ergebnis anzeigen
loading