Kandern Sanierungsrückstand abbauen

Weiler Zeitung, 09.10.2018 22:00 Uhr

In der Sitzung des Kanderner Verwaltungsausschusses am Montagabend wurde der erste Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2019 vorgestellt. Rechnungsamtsleiter Benedikt Merkel erläuterte das Zahlenwerk.

Von Saskia Scherer

Kandern. Erfreulich sei die gute Beschäftigungsquote mit steigenden Löhnen. Somit erhöhe sich der Einkommenssteueranteil 2019 um rund 349 000 Euro auf etwa 5,6 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Dementsprechend steigen aber auch die Umlagen an das Land und den Kreis. Im Saldo des Finanzausgleichs stehe ein positiver Betrag in Höhe von rund 5,2 Millionen Euro. Die Haushaltsplanberatung werde demnach in einem positiven finanziellen Rahmen erfolgen.

Das maximal zulässige Planungsdefizit liegt bei rund 1,1 Millionen Euro. Die Verwaltung schlägt allerdings vor, es auf maximal 900 000 Euro zu begrenzen, so Merkel. Denn ab dem Jahr 2020 ist ein ausgeglichener Ergebnishaushalt vorgeschrieben. „Was wir jetzt schieben, holt uns wieder ein“, sagte der Kämmerer. Aber wenn die Stadt jetzt schon mit der schwarzen Null plane, müssten sehr viele Maßnahmen gestrichen werden.

Stadtentwicklungskonzept soll mit einfließen

Zukünftig Hand in Hand gehen sollen der Haushaltsplan und das Stadtentwicklungskonzept (siehe erste Kanderner Seite). Die Maßnahmen sollen jährlich mit dem Gemeinderat erläutert und definiert und dann im Rahmen der Beratungen mit den konkreten Kosten in den Haushaltsplan eingearbeitet werden, heißt es in der Vorlage.

Die Personalkosten liegen laut Merkel erstmalig im Ansatz über fünf Millionen Euro. Der Tarifabschluss sei relativ hoch gewesen, außerdem wurden im neuen Kindergarten neue Stellen geschaffen. Dem Sanierungsrückstand in Kandern soll mit steigenden Aufwendungen entgegengewirkt werden. „Im Hochbau dominiert die Sanierung der August-Macke-Schule“, wusste Merkel zu berichten. 2019 soll mit einer ersten Tranche von einer Million Euro die zu 50 Prozent geförderte Maßnahme begonnen werden.

Im Finanzhaushalt sind Investitionen in Höhe von rund 4,8 Millionen und Einzahlungen von etwa 1,5 Millionen Euro aufgeführt. Als größere Investitionsmaßnahmen sind die Sanierung der Schule in Holzen (231 000 Euro), der Ausbau der Straße „Im Brünnle“ in Tannenkirch (303 000 Euro) oder eine Überquerungshilfe in Tannenkirch (105 000 Euro) im Planentwurf genannt.

Der Schuldenstand beträgt zum Jahresende rund 2,4 Millionen Euro, ohne weitere Kreditaufnahme würde er sich zum 31. Dezember 2019 auf etwa 2,1 Millionen verringern.

Prioritäten müssen noch vergeben werden

Bauamtsleiter Hanspeter Amann ging kurz auf verschiedene angemeldete Maßnahmen im Bereich Tief- und Hochbau ein. „Wir haben bereits Prioritäten angesetzt, wo wir dies für sinnvoll erachtet haben“, erklärte er. Diese müssen im Laufe der Haushaltsplanberatungen noch besprochen und festgesetzt werden.

Dabei gilt es, auch die jeweilige Dringlichkeit zu beachten. Zur Sanierung der Feuerbachstraße in Kandern meinte Amann beispielsweise, dass diese zurückgestellt werden könnte, falls eine Förderung der Maßnahme möglich wäre.

 
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