Kandern Schnelles Internet zu Weihnachten

Bote für ein neues Internetzeitalter in Wollbach: der Technikstandort an der Schulstraße Foto: Alisa Eßlinger

Kandern-Wollbach -  Viele Jahre lang musste sich Wollbach mit einer schlechten Internetverbindung herumschlagen. Doch nun erhält das Dorf als erster Kanderner Ortsteil eine flächendeckende Breitband-Versorgung. Durch den Ausbau sei Wollbach nun noch attraktiver als Wohnort und Gewerbe-Standort geworden, freute sich Ortsvorsteher Max Sütterlin bei der offiziellen Einweihung (wir haben kurz berichtet).

Die Tiefbauarbeiten hatten im August 2018 begonnen und konnten im Oktober 2019 abgeschlossen werden. 14 Monate seien eine „reife Leistung“, findet Sütterlin. Dies habe auch mit der optimalen Koordination der Bauarbeiten zu tun gehabt. Seit Dienstag läuft nun auch der Betrieb am Technikstandort an der Schulstraße. „Der Ausbau ist eine wesentliche Verbesserung der Infrastruktur in Wollbach und ein gutes, zukunftweisendes Projekt“, betonte Sütterlin.

Als Standort an Attraktivität gewonnen

Insgesamt 11,5 Kilometer Rohrverbände und Kabelstränge sowie 18 Verteilerschächte kamen im Zuge des Ausbaus zusammen. Für die Stromversorgung wurden zudem 10,7 Kilometer Kabel verlegt: 4,4 Kilometer für die Straßenbeleuchtung und 6,3 Kilometer für Starkstrom. 15 Stromverteilerkästen wurden darüber hinaus gesetzt.

„Insgesamt haben wir eine Abschlussquote von 90 Prozent erreicht. Das ist für einen Ort wie Wollbach wirklich toll“, freute sich Paul Kempf, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung. Mit dem Ausbau wurde eine Vollversorgung, plus 20 Prozent Reserve fürs Internet, sichergestellt.

Der Breitbandausbau mit Stromkabelversorgung und Optimierung der Straßenbeleuchtung hat rund 3,3 Millionen Euro gekostet. Zwei Millionen davon entfielen auf den Glasfaserausbau. „Wir haben etwa ein Drittel der Kosten als Fördergelder vom Land Baden-Württemberg bekommen“, so Kempf.

In zwei Wellen sollen nun die Wollbacher an ihren Netzanschluss gelangen. „Zuerst werden die Bürger angeschlossen, die bis zu den Sommerferien ihren Vertrag mit einem der beiden Netzanbieter geschlossen haben. Diejenigen, die sich erst danach entschieden haben, werden bis zum Jahresende folgen“, gab sich Kempf zuversichtlich.

Die Wollbacher Teilorte Hammerstein und Egisholz seien derzeit noch nicht angeschlossen. Kempf geht davon aus, dass die Arbeiten dort im Frühjahr fertig werden. „Es ist ein Mammutprojekt, bis der Breitbandausbau flächendeckend auch bis zu den einzelnen Aussiedlerhöfen reicht“, erklärte Kempf.

In der Kernstadt Kandern soll der Ausbau im Jahr 2024 beginnen. Derzeit seien jedoch dafür die Förderrichtlinien noch nicht geklärt.

„Wir freuen uns, wenn wir den Bürgern schnelles Internet zur Verfügung stellen können“, sagte Marina Stiegeler vom gleichnamigen Open-Access-Anbieter. Gerade in Zeiten, in denen Home Office ein großes Thema sei, benötigten die Kunden einen schnellen Anschluss.

APM-Geschäftsführer Matthias Müller (für Pyur) stimmte zu: „Seit Corona sind die Zahlen der Nutzer überproportional angestiegen und viele sind an ihre Datenvolumen-Grenze gestoßen.“

Schon kommende Woche sollen die ersten Wollbacher Pyur-Kunden angeschlossen werden. Von den knapp 600 Wohnungen, die Pyur betreut, sind bereits 261 Anschlüsse fertig. Die übrigen 321 folgen in den kommenden Wochen. „Bis Weihnachten sollen dann alle vollversorgt sein“, versicherte Müller. Allerdings müsse das TV-Signal noch warten, da zunächst das Backbone- an das Breitbandnetz angeschlossen werde.

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