Erst eine Brauerei – nun Teigwarenherstellung: „Tannenkirch ist auf dem Weg, ein kleines Zentrum für Selbstgemachtes aus der Region zu werden“, so die zufriedene Erkenntnis der Ortschaftsräte. Grund für diese Feststellung war das Baugesuch von Gabriele Marienhagen in der Tannenkircher Straße für die Umgestaltung ihres Kellerraums in einen Raum für Teigherstellung.

Von Jutta Schütz

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Kandern-Tannenkirch. Seit Jahresanfang produziert die Tannenkircherin dort selbst gemachte Nudeln und hat die Auflagen der Behörden an die Hygienerichtlinien eingehalten. Der Kellerraum ist 2,32 Meter hoch, die Belüftungs- und Hygienevorschriften sind erfüllt. „Wir haben keine Bedenken“, so Ortsvorsteher Friedrich Höferlin, der darauf verwies, dass das letzte Wort die Baurechtsbehörde habe.

Ein Laden ist mit der Herstellung nicht verbunden. Aber man kann verschiedene Nudelsorten bei Gabriele Marienhagen bestellen und diese dann montags, dienstags und mittwochs zwischen 18 und 19 Uhr oder nach Vereinbarung abholen. Im Umkreis von zehn Kilometern ist auch eine Lieferung möglich.

Marienhagen produziert auf einer eigenen Nudelmaschine Nudeln aus Hartweizengrieß und Frischeiern, erfüllt aber auch Sonderwünsche. „Ich mache Nudeln aus Vollkornmehl, Nudeln ohne Frischei und auch glutenfreie Nudeln“, zählt sie auf. Im Angebot sind Spaghetti, Hörnle, Fettuccine, Zöpfle, Suppennudeln, Bandnudeln und Lasagneplatten. Die fertigen Nudeln brauchen einige Tage zum Trocknen. „Das ist wichtig für die Qualität“, erläutert Marienhagen.

„Nudeln mache ich schon lange selbst. Irgendwann fragten Freunde nach, ob ich nicht mal für sie Nudeln produzieren könnte“, berichtet die Tannenkircherin, die auch schon auf Weihnachtsmärkten verkaufte. Die Nachfrage nach selbst gemachten Nudeln erwies sich dabei als groß. „Die Verbraucher sind bereit, dafür mehr zu zahlen. Für immer mehr Leute sind Produkte aus der Region wichtig“, hat sie beobachtet.

Und damit entstand auch die Idee, das Wagnis einer eigenen Produktion in größerem Rahmen einzugehen – mit Produkten aus der Region ohne Zusatzstoffe.

„Selbstständigkeit wird einem in Deutschland nicht leicht gemacht“, hat Marienhagen festgestellt. Die vielen Formulare und Anträge, die sie ausfüllen und die Vorschriften, die sie erfüllen musste, zeugen davon.

Gern hätte sie über das Teigwarenangebot hinaus auch noch ein kleines Arrangement von Backwaren angeboten. „Das ist aber nicht möglich, wenn man kein Bäcker oder Konditor ist, nur für Landwirtinnen, die Brot backen, gibt es Ausnahmen“, hat sie festgestellt.

Ein Flyer ist auch schon fertig – dazu ein Logo: „Mariengabi Hausgemacht – von mir für dich“ heißt es darauf. „Ich bin gespannt, wie es läuft. Seit Januar habe ich schon viele Anfragen bekommen“, ist die Pastaproduzentin vorsichtig optimistisch.

Weitere Informationen: Kontakt für Bestellungen: E-Mail: mariengabi@aol.com oder Tel. 07626/9745780.