Kandern Spurenstoffe in der Kander

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Für die Erneuerung der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Kläranlage Hammerstein sind vorerst keine Investitionen zur Spurenstoffbeseitigung notwendig. Foto: Alexandra Günzschel

Kandern (ag). Die wasserrechtliche Erlaubnis für die Kläranlage in Hammerstein wird immer nur befristet erteilt. Jetzt braucht es eine neue Genehmigung. Zu diesem Zweck wurde eine Spurenstoffanalyse in der Kander durchgeführt. Julia Hiller und Franziska Ehrhardt vom Karlsruher Institut für Wasser und Gewässerentwicklung gaben im Gemeinderat die Ergebnisse dieser Untersuchung bekannt.

Dabei konnten sie die gute Nachricht überbringen, dass eine Spurenstoffelimination für die Erneuerung der wasserrechtlichen Erlaubnis der Kläranlage nicht erforderlich sein wird. Die Spuren von Arzneimitteln, Korrosionsmitteln und anderen Stoffen, die man in dem Gewässer festgestellt hat, liegen fast alle unter dem Durchschnitt in Baden-Württemberg und auch unterhalb der festgesetzten Grenzwerte.

Eine Ausnahme bildete das Schmerzmittel Diclofenac. „Wir haben eine Menge gefunden, die in etwa einer in der Kander ausgedrückten Tube Voltaren entspricht“, sagte Ehrhardt – ein im Landesdurchschnitt leicht erhöhter Wert. Auf Nachfrage mutmaßte sie, dass dies mit der Bevölkerungsstruktur zu tun haben könnte. Die Notwendigkeit, eine Anlage zur Elimination zu installieren, ergab sich jedoch auch aus diesen Werten nicht.

Die beiden Expertinnen wiesen jedoch darauf hin, dass sich die Bestimmungen in naher Zukunft ändern könnten. Deshalb gaben sie dem Gemeinderat einen Überblick über die Möglichkeiten zur Spurenstoffelimination und deren Kosten. Dabei unterschieden sie zwischen Verfahren mit Pulveraktivkohle (PAK) und granulierter Aktivkohle (GAK). Bei einer PAK-Dosierung in das Belebungsbecken würden die jährlichen Kosten bei etwa 305 000 Euro liegen, bei einem GAK-Adsorber als Druckkessel bei 283 000 Euro.

Johann Albrecht äußerte sich wohl im Namen vieler Ratskollegen erleichtert darüber, dass diese Kosten vorerst noch nicht auf die Stadt zukommen werden.

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