Von Marco Fraune
Kandern. Ein außergewöhnlich starker Hagelschauer hat heute Nachmittag (Sonntag) in Kandern die Feuerwehr und die Bürger in Atem gehalten. Die Hauptstraße war zeitweise nicht mehr passierbar, zahlreiche Keller mussten leergepumpt werden. Menschen kamen aber nicht zu Schaden, bilanzierte Wehr-Kommandant Günter Lenke zum Abschluss des Einsatzes nach 20 Uhr.
Eine Stunde vor dem Anpfiff des WM-Finals mussten 70 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kandern mit den vier Abteilung ausrücken. An insgesamt 20 Einsatzorten war ihre Hilfeleistung gefragt – 15 davon in Kandern, fünf in Holzen. Hinzu kamen noch verstopfte Gullys in Tannenkirch und Riedlingen.
In der Stadt unter anderem betroffen war das Alten- und Pflegeheim Luise-Klaiber-Haus, wo Wasser in das etwas tiefer gelegene Foyer gelaufen war. Eine Evakuierung war aber nicht erforderlich.
Bei der „Black Forest Academy“ in Holzen war Wasser ebenfalls ins Erdgeschoss gelangt, der Aufzugsschacht lief voll. Betroffen war auch die teure Musikanlage.
An der Feuerbacher Straße lief eine Tiefgarage voll mit Wasser.
Die Hauptstraße in Kandern war für eine Zeit komplett nicht mehr für den Verkehr passierbar. Die Hagelmassen sorgten für verstopfte Abläufe, so dass die Wassermassen über die Straße und in die angrenzenden Gebäude flossen. Die Wehr setzte sogar einen Radlader des Bauhofs ein, um der Situation Herr zu werden.
Alle packen mit an
Viele Bewohner und Geschäftsleute der Hauptstraße packten auch selber mit an. Zahlreiche Betroffene bemerkten laut Lenke aber erst mit Zeitverzögerung  die  Folgen des Unwetters, da sie zuvor das schöne Sommerwetter für Ausflüge genutzt hatten. Nachbarn und Bekannte halfen dann mit, das Wasser wieder aus den Häusern zu bekommen.  Zu den Einsatzorten der Feuerwehr zählten insgesamt viele private Keller und Räume.
Mit Pumpen und Saugern ausgestattet waren die 70 Wehrleute, die auch insgesamt etwa 100 Sandsäcke einsetzten, damit das Wasser nicht in weitere Häuser gelangte.
Enormer Sachschaden
Eine Schadenshöhe konnte Lenke am Abend noch nicht beziffern, der Sachschaden sei aber „erheblich“. Glück im Unglück: Die Hagelkörner waren „nur“ zwei bis drei Zentimeter groß, sodass nicht noch mehr Sachschaden verursacht wurde.
Davon überzeugte sich auch Kanderns Bürgermeister Christian Renkert, der mit dem Feuerwehr-Kommandanten die Einsatzorte abfuhr. Dass die Freiwillige Feuerwehr schnell einsatzbereit war und am Sonntagnachmittag bis zum Abend Hilfe leistete, lobte Renkert ganz besonders. So habe alles gut geklappt und viele der Bürger hätten auch kräftig mit angepackt. Der Rettungsdienst musste keine Hilfeleistungen übernehmen.