Kandern „Stöppi“ hört nach 50 erfolgreichen Jahren auf

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Das renommierte Immobilienunternehmen Seiter in Kandern wechselt nach 50 Jahren zum 1. Juli den Besitzer (v. l.): Helmuth Seiter übergibt zusammen mit seiner Frau Dorothea (r.) sein Geschäft an Kaja Wohlschlegel. Foto: Siegfried Feuchter

Kandern (sif). Leicht fällt ihm der Abschied nach mehr als 50 Jahren nicht. Doch wenn Helmuth Seiter, eine Institution im Kandertal und weithin bekannt als „Stöppi“, auf sein erfolgreiches Lebenswerk blickt, weiß er, dass er sich mit seinen 76 Jahren erfüllt und zufrieden in den Ruhestand zurückziehen kann.

Dies, zumal er die von ihm gegründete Immobilienfirma weiterhin in guten Händen weiß. Denn Kaja Wohlschlegel, seit sieben Jahren seine engagierte Mitarbeiterin und geprüfte Maklerin, wird zum 1. Juli das Geschäft übernehmen. Im Rahmen des Kanderner Städtlitags Mitte Juni wird zum einen die Übergabe und zum anderen „50 Jahre Immobilien Seiter“ gefeiert.

Viele Vereine gefördert

Der Immobilienmakler, ein gelernter Bankkaufmann, hat sich durch seine erfolgreiche Tätigkeit weit über Kandern hinaus einen Namen gemacht. Dazu beigetragen hat auch sein ehrenamtliches Engagement als langjähriger Vorsitzender seines Herzensvereins FC Kandern, für den er früher als Fußballer 1000 Spiele bestritt. Auch den Städtlitag hat „Stöppi“ mitbegründet, sich unter anderem als Vorstandsmitglied im Werbering und bei den Freien Wählern eingebracht und die Kanderner Fasnachtsumzüge organisiert.

Vielfältig war das Wirken des populären Unternehmers. Auch als großzügiger Sponsor und Gönner von 32 Vereinen trat er immer wieder in Erscheinung.

Mit 26 Jahren hatte sich Helmuth Seiter selbstständig gemacht. Mit unternehmerischem Geschick und Weitblick packte er die Aufgaben an. Seine Maxime: „Man muss ehrlich, offen und zuverlässig sein.“ Dies beherzigte „Stöppi“ zeitlebens und es brachte ihm einen sehr guten Ruf und das Vertrauen einer treuen Kundschaft ein. Während seines 50-jährigen selbstständigen Wirkens konzentrierte er sich nicht nur auf die Vermittlung von Wohnungen und Häusern. Er war auch als Investor, Bauträger und Mitgesellschafter tätig. Zudem betrieb Seiter 25 Jahre lang als zweites wirtschaftliches Standbein eine Versicherungsagentur, ehe er sich voll und ganz auf das Immobiliengeschäft konzentrierte.

In der Erfolgsbilanz von Seiter stehen 300 realisierte Wohneinheiten sowie die Vermittlung unzähliger Wohnungen und Häuser. Der bodenständige Unternehmer hat durch sein Engagement wichtige Beiträge zur Stadtentwicklung geleistet und städtebauliche Akzente gesetzt.

Zwei Beispiele: Die frühere Bierablage Riegeler machte er zu einem schmucken Wohnensemble. Und als Mitgesellschafter wirkte Seiter auch am Projekt „Wohnpark an der Kander“ (früheres Areal des Sägewerks Schmiederer) mit und verkaufte dort über mehrere Jahre 80 Wohnungen. Der gebürtige Kanderner legte bei seiner Bauträgertätigkeit immer Wert darauf, seine Projekte mit einem festen Stamm an heimischen Handwerkern realisieren zu können.

Der Immobilienmakler ist immer zielbewusst und geradlinig seinen Weg gegangen. Seine Geschäftstätigkeit erstreckt sich vor allem auf das Kandertal und das Markgräflerland.

Die derzeitige Lage auf dem Immobilienmarkt bezeichnet „Stöppi“ als turbulent. „Die Preise gehen durch die Decke. Trotzdem könnten wir mehr Wohnungen und Häuser vermarkten, wenn das Angebot entsprechend wäre“, stellt er fest.

Steten Rückhalt und Unterstützung hat „Stöppi“ in all den Jahren von seiner Frau Dorothea erfahren, die bis zuletzt für die Buchhaltung verantwortlich zeichnet. Der Sohn der Eheleute lebt in Köln, wobei die beiden Enkel ihr ganzer Stolz sind.

Wenn nun Helmuth Seiter Ende Juni sein „hochinteressantes Berufsleben“, wie er sagt, beendet, schlagen zwei Seelen in seiner Brust. Zum einen scheidet er mit Wehmut, zum anderen freut er sich aber, die Verantwortung abgeben zu können.

Kaja Wohlschlegel (50), ausgebildete Kauffrau, Redakteurin und Maklerin, die vor sieben Jahren ins Immobiliengeschäft eingestiegen ist und schnell durch „Learning by doing“ und ständige Fortbildungen Fuß in dem Metier gefasst hat, wird zum 1. Juli die Firma übernehmen.

„Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, sagt die künftige Inhaberin, die durch ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement gut vernetzt ist. Und bei Bedarf steht ihr „Stöppi“ auch künftig mit Rat und Tat zur Seite.

Jubiläum und Geschäftsübergabe werden im Rahmen des Städtlitags gefeiert. Am Vorabend haben Helmuth und Dorothea Seiter Geschäftspartner, Freunde und Bekannte zum Theaterabend „Jedermann“ auf den Kirchplatz eingeladen, am Städtlitag selbst (19. Juni) haben sie von 11 bis 14 Uhr die „Knaschtbrüder“ engagiert, die vor dem Immobilienbüro an der Hauptstraße 27 gegenüber vom Blumenplatz auftreten werden.

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