Kandern Trauer um früheren „Ochsen“-Wirt

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Rolf Zumkeller Foto: Claudia Bötsch

Rolf Zumkeller ist mit 74 Jahren verstorben. Er hinterlässt Frau, Tochter, Enkelin und Schwestern.

Eine kurze, schwere Krebserkrankung hat den früheren Wirt und Inhaber des Kanderner „Ochsen“, Rolf Zumkeller, aus dem Leben gerissen. Er wurde 74 Jahre alt.

Eine Traditionswirtschaft

44 Jahre lang hat Rolf Zumkeller gemeinsam mit seiner Frau Gabriele die Traditionswirtschaft geführt, bis er 2015, mit 67 Jahren, die Kochschürze für immer an den Nagel hängte. Nach einem arbeitsreichen Leben, in dem 16-Stunden-Tage keine Seltenheit waren, überwog damals die Freude auf den wohlverdienten Ruhestand.

Das Bedauern unter den vielen Stammgästen war indes groß. Geschätzt wurde die gutbürgerliche, deutsche Küche in heimeligem Ambiente „saisonal, regional und ohne Firlefanz“, wie Zumkeller selbst seine Küche definierte.

Rolf Zumkeller ist zunächst in Herrischried aufgewachsen, bevor die Familie in Kandern die Bahnhofswirtschaft und später den „Ochsen“ übernahm. Seine Eltern hatten das traditionsreiche Gasthaus 1960 gekauft. Seine berufliche Zukunft sah er jedoch eigentlich außerhalb der Gastronomie. Nach dem Abitur studierte Zumkeller Betriebswirtschaftslehre in Mannheim. Die Krankheit der Mutter, die kurze Zeit später verstarb, zwang ihn allerdings, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. 1972, im Alter von 24 Jahren, brach er deshalb sein Studium nach sechs Semestern ab.

1978 wurde er Pächter des „Ochsen“, bevor er das Gasthaus 1984 überschrieben bekam. Während er Koch des Hauses war, hatte seine Frau die Verantwortung über den Service-Bereich inne.

Da es keinen Nachfolger in der Familie gab, endete 2015 mit dem Ruhestand auch die Ära Zumkeller in dem Gasthaus. 2017 wurde der „Ochsen“ verkauft. Seitdem werden in der Wirtschaft in zentraler Lage vietnamesische Speisen serviert.

Im Ruhestand hat Rolf Zumkeller seine Freizeit gerne bei Stammtisch- und Kartenspielrunden verbracht, wann immer möglich, war er bei Spielen des SC Freiburg. Im vergangenen Jahr wurde er für seine 25-jährige Mitgliedschaft beim Kanderner Schwarzwaldverein ausgezeichnet. Seine größte Freude war jedoch Enkelkind Mara, die 2020 geboren wurde.

Bleibt in Erinnerung

Sein Tod hat die Familie in „tiefem Schmerz“ zurückgelassen, wie es in der Todesanzeige heißt. Rolf Zumkeller hinterlässt neben seiner Frau Gabriele Tochter und Enkelkind sowie seine beiden Schwestern. Er wird im engsten Familien- und Freundeskreis im Bestattungswald bei Bürgeln beigesetzt. In Erinnerung bleiben werden seinen Weggefährten vor allem auch seine angenehm zurückhaltende Art, sein loyales Wesen, seine scharfsinnigen Gedanken und grundlegend positive Lebenseinstellung.

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