Kandern Unmut über Defizit im Stadtwald

Jutta Schütz und Arwen Stock
Ausgaben und Einnahmen im Kanderner Stadtwald auf den Kopf zu stellen, um zu erfahren, warum auch 2023 nur ein kleines Plus erzielt werden soll, fordert Feuerbachs Ortsvorsteher Martin Greiner. Foto: Archiv/Marco Fraune

Bevor am Montag in der Gemeinderatssitzung der Jahresabschluss 2021, die Betriebsplanung 2023 im Stadtwald sowie die Jahresrechnung 2021 und die Haushaltsvorberatungen für die Stadt Kandern 2023 beschlossen werden, hatten die Ortschaftsräte diese Themen zu beraten. Und äußerten eigene Wünsche.

Von Jutta Schütz und Arwen Stock

Kandern . Hinzu kam eine Formsache, nämlich die Änderung der Betriebssatzung für die Sonderrechnung Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung, der die Ortschaftsräte zustimmten. Die jetzt 24 Jahre alten Satzungen werden gemäß der Neufassung des Eigenbetriebsgesetzes zum 1. Januar 2023 angepasst.

In allen Ortschaftsräten wurde betont, dass man bescheiden mit Anmeldungen für den Haushalt umgegangen sei.

Wollbach

Mit dem Jahresabschluss Stadtwald war Wollbachs Ortsvorsteher Max Sütterlin wegen des Zuschussbedarfs von mehr als 67 000 Euro nicht zufrieden, weil der Wald bis 2018 noch zuverlässig Überschüsse erzielt hatte. Für 2023 wird aufgrund eines ausgeweiteten Hiebplans mit 7050 Festmetern ein Überschuss von etwa 19 000 Euro erwartet. „Wir hoffen, das trifft ein“, so Sütterlin. Der Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2021 stimmte das Ratsgremium zu.

Investiert wird in Wollbach mit 314 700 Euro in den zweiten Abschnitt der Sanierung der Kandertalhalle. Für den Gehwegeneubau in Wollbach sind 53 000 Euro eingestellt

Tannenkirch

Kritik am Jahresabschluss Stadtwald übte auch Tannenkirchs Ortsvorsteher Fritz Höferlin. Seit drei Jahren sei man in den Miesen. Früher brachte der Wald immer ein „dickes Plus“. Auch er hofft, dass der Wald nächstes Jahr keinen Zuschuss mehr braucht. Eine Holzversteigerung findet 2023 in Tannenkirch nicht statt – Grund sind die steigenden Brennholzpreise. „Wer Holz braucht, kann den Bedarf bei mir oder beim Forstamt in Kandern anmelden“, informierte Höferlin.

Für Tannenkirch steht die Sanierung des Rathauses mit 250 000 Euro im Haushalt, dazu 73 600 Euro für die Querungshilfe über die Kreisstraße. „Hoffentlich ist künftig mal das Abarbeiten der Bugwelle von Aufgaben möglich“, hieß es.

Sitzenkirch

In Sitzenkirch berichtete Ortsvorsteher Tobias Buss, dass der Jahresabschluss Stadtwald den unbefriedigenden Holzpreis und den großen Aufwand für Käferholz beinhalte. Ortschaftsrat Jürgen Eichin ergänzte, dass es neben dem Käferholz weitere „Baustellen“ beim Thema Stadtwald gebe, etwa die knappe Personallage.

Über die Mittelanmeldungen und die damit einhergehende Debatte berichteten wir bereits.

Feuerbach

Feuerbachs Ortsvorsteher Martin Greiner war mit dem Defizit im Stadtwald ebenfalls nicht glücklich. Ohne die Bundeswaldprämie wäre es noch höher ausgefallen, meinte er. Er sei dafür, einmal alle Ausgaben und Einnahmen und Ausgaben im Stadtwald auf den Kopf zu stellen, um zu erfahren, warum „auch 2023 nur ein kleines Plus von rund 19 000 Euro übrig bleibt“. Es gibt dieses Jahr keine Holzversteigerung.

In Feuerbach sind im Haushalt 25 000 für die Sanierung des Gemeindesaals und der dort „angehängten“ Wohnung eingestellt. Hinzu kommen 10 000 Euro für die Abdichtung des Fassadenbereichs. Greiner wünscht, noch 80 000 Euro für das Regenrückhaltebecken einzustellen. Auch hier wurde betont, dass man viele alte Maßnahmen abarbeiten solle.

Holzen

Aus Holzen berichtet Ortsvorsteher Wilhelm Weiß auf Nachfrage von der Einstimmigkeit der Ortschaftsräte. „Der Verlust im Stadtwald war im Plan sogar noch höher, es ist aber trotzdem schade“, betonte er.

Beim Haushaltsplan für 2023 hätten sich die Holzener Ortschaftsräte gefreut, dass die Talstraße als Kreisstraße 2024 einen neuen Belag bekommen soll, und die Stadt im nächsten Jahr darunter die Wasserleitungen neu verlegen will. „Die Leitungen sind sehr alt, und wir haben bereits viele Wasserrohrbrüche gehabt“, berichtet Weiß, räumte allerdings ein: „Der Gemeinderat hat aber das letzte Wort.“

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