Kandern - Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf dem früheren Notparkplatz für das Kanderner Schwimmbad wird seit dieser Woche abgebaut. Die vom Landkreis betriebene Einrichtung wird nicht mehr benötigt (wir berichteten). Viele Kanderner haben schon Ideen für eine künftige Nutzung des nun erschlossenen Areals.

„Seit klar ist, dass die Gemeinschaftsunterkunft abgebaut wird, wurden bereits viele Ideen und Begehrlichkeiten genannt, um das Gelände zu nutzen“, bestätigt auch Bürgermeister Christian Renkert auf Nachfrage. Ihm zufolge wurde schon „so ziemlich alles“ vorgeschlagen. Als Beispiele nennt er ein neues FC-Gelände mit Kunstrasen- und Bolzplatz, einen Reitplatz für den Reitclub Kandern zusammen mit einem Fitness-Parcours oder eine Fläche für Wohnmobile, aber auch als Gewerbefläche und Standort für eine Stadthalle war das frei werdende Areal schon im Gespräch.

Spruchreif sei indes noch keine dieser Ideen, sie müssten nun zunächst geprüft werden, bremst der Bürgermeister aufkommende Euphorie, auch vor dem Hintergrund, dass für die Gemeinschaftsunterkunft, die im Frühjahr 2016 eilig hochgezogen wurde, baurechtliche Sonderprivilegien galten. Für eine Dauernutzung sei die Infrastruktur eher nicht geeignet.

Für eine Dauernutzung nicht geeignet

„Wir werden nun im Rahmen der Entwicklung des Flächennutzungsplans zu prüfen haben, was wir alles verwirklichen könnten“, erklärt Renkert. Erst dann könne man sich für eine Nutzungsmöglichkeit für das frei gewordene Gelände entscheiden.

Veränderungen bei der ToKa Immobilien

Derweil geht auch das Rätselraten um die größte Entwicklungsfläche der Stadt Kandern, das benachbarte Tonwerke-Areal, weiter. Auch für dieses 20 Hektar große Gelände gab es schon einmal Pläne für eine Stadthalle. Immer wieder taucht auch der Wunsch auf, dort einen Lebensmitteldiscounter oder einen Drogeriemarkt anzusiedeln. Jüngst hat außerdem der Hieber-Markt Interesse an einer Umsiedlung auf die Industriebrache angemeldet.

Doch der Eigentümer des Geländes, die Bauträgergesellschaft Tonwerke Kandern, hüllt sich nach einem Wechsel an der Spitze des Unternehmens derzeit in Schweigen darüber, ob weiterhin Interesse an einer Entwicklung des Areals gemeinsam mit der Stadt besteht.

Seit Anfang November leitet der frühere Prokurist Uwe Döring die Geschäfte. Thomas Asal, fünf Jahre lang Geschäftsführer der ToKa Immobilien, hat das Unternehmen mittlerweile verlassen. Bürgermeister Renkert hat auf Anfrage immerhin mitgeteilt, dass Döring bei seinem Antrittsbesuch Interesse bekundet habe, dass Tonwerke-Areal zu entwickeln.

Doch andernorts sind Projekte der ToKa Immobilien offenbar ins Schleppen geraten, etwa auf einem Grundstück am Hörnle in Grenzach-Wyhlen oder im Haltinger „Grieloch“. Das Schweiger der Geschäftsleitung auf Anfragen sorgt auch in Kandern für Spekulationen.