Kandern Vielfältig und unentwegt engagiert

Jutta Schütz
Das DRK Wollbach ist ab sofort wieder bei Corona-Teststationen im vorderen Kandertal gefordert. Foto: Jutta Schütz

Das wegen der Corona-Pandemie erneute Verschieben der Mitgliederversammlung des DRK-Wollbach summiert sich allmählich: Im Jahr 2022 darf der Ortsverein nun mittlerweile gleich drei Mitgliederversammlungen einplanen. Änderungen im Vorstandsteam und im Bereitschaftsdienst sollten angekündigt werden, zudem hätte es Berichte zu den Einsätzen in Pandemiezeiten gegeben.

Von Jutta Schütz

Kandern-Wollbach. Wahlen im Vorstand hätten angestanden, denn der langjährige Vorsitzende Manfred Dietz will aufhören – jetzt aber macht er noch ein Jahr weiter. Man habe schon einen Nachfolger für Dietz im Auge, der bekundet habe, dass er das Amt übernehmen würde. „Einen Namen möchte ich aber noch nicht nennen“, sagt Bereitschaftsleiter Martin Winkler. Bekannte Gesichter werden mit Lena Sütterlin und Martin Winkler für die nächsten vier Jahre aber weiter die Bereitschaftsleitung prägen, ihre Stellvertreter sind Giorgio Scalice und Mariecke Brugger, die Felix Mehlstäublers Position übernimmt.

Weitere Neuzugänge sind willkommen

Fünf Neulinge konnte der DRK-Ortsverein seit 2019 hinzugewonnen. In der Pandemie sei es nun aber schwieriger, neue Mitstreiter zu finden, da keine Präsenzveranstaltungen und damit Werbetermine möglich seien, bedauert Winkler. „Wir können wirklich noch Leute brauchen, auch welche ohne Vorkenntnisse, die uns bei individuellen Veranstaltungen unterstützen“, wirbt Winkler fürs Mitmachen. Auf 25 aktive Helferinnen und Helfer sowie einen Bereitschaftsarzt kann der Ortsverein setzen, darunter auch Ältere und Aktive aus Risikogruppen, „die trotz Alter oder Risiko zahlreiche Einsätze mit abdecken“, erklärt er.

So zum Beispiel beim DRK-Einkaufsservice, mit dem im Frühjahr in Zusammenarbeit mit der Firma Hieber und dem DRK Kreisverband bis zu 50 vorwiegend ältere Menschen beliefert wurden. Zudem bot das DRK Wollbach von März bis Juli 2021 über 40 Schnelltesttermine im vorderen Kandertal an, 3000 Personen wurden getestet – „jetzt erfolgt in Sachen Testangebote gerade die Neuauflage“, erinnert Winkler.

Knut Nabbefeld und Gretel Dietz gehörten zudem zu den Aktiven, die in Seniorenheimen Dienste zur Coronatest-Abstrichnahme einschoben, die ermöglichten, dass Angehörige die Senioren besuchen konnten.

Sehr gut schlugen die Blutspendemeisterschaften mit attraktiven Preisen als Werbung für die Blutspendeaktionen an. Allein 2019 kamen dadurch 30 Prozent mehr Spender. 2020 gab es vier Spendetermine für das DRK Wollbach, 2021 waren es zwei Termine mit erfreulichen 334 Spendewilligen. Für 2022 planen die Aktiven drei Blutspendetermine.

Zahlreiche Einsätze in den vergangenen Monaten

Gerade im November 2021 hat mit den drei beim DRK-Wollbach registrierten Helfern der 600. Helfer–vor-Ort-Einsatz (HvO) seit Gründung der HvO im Jahr 2013 stattgefunden. „Die Zahlen der Einsätze sind 2021 explosionsartig angestiegen“, stellt Winkler fest. Auffallend waren dabei viele Reanimationen und Einsätze mit dem Defibrillator – „glücklicherweise oft mit gutem Ausgang“, bilanziert er. Der Bereitschaftsleiter bedauert, dass derzeit – außer bei Noteinsätzen – die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und anderen Ärzten sehr eingeschränkt sei, auch dies sei eine Folge der Pandemie.

Lob für die Einsätze und die Hilfe des DRK-Ortsvereins gab es von vielen Bürgern, von Kommunen, Verwaltungen und Bürgermeistern. „Ein Bürger bedankte sich sogar explizit beim DRK Wollbach für das ehrenamtliche Engagement in einem Leserbrief in der Zeitung“, freut sich Winkler.

Engagierte wünschen sich klarere Ansagen

Die Politik unterstütze und unterstützt die Helfer, „wir wünschen uns aber von den politisch Verantwortlichen eine deutlich verbesserte, zuverlässigere Kommunikation und die rechtzeitige Mitteilung zu neuen Vorschriften und deren zeitige Umsetzung“, konstatiert der Bereitschaftsleiter. Dies vor dem Hintergrund, dass „wir im Kreisverband und in den Ortsvereinen neben den Pandemie- alle noch Echteinsätze haben, wir alle ehrenamtlich arbeiten und gerade einen Fulltime-Job nebenher machen – was von jedem einzelnen derzeit geleistet wird, ist schlichtweg der Wahnsinn“, findet Martin Winkler.

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