Kandern Vom Hund bis zum Honig-Kristall

Janine Ak

Die zweite Auflage der neuen Reihe „Kunst in Kandern“ ist am Freitagabend mit einer kleinen Feier eröffnet worden. Nur zwei der sieben Künstler waren ins Kanderner Rathaus gekommen. Etwa zwölf Besucher wollten vor dem regulären Start am Montag einen Blick auf die Gemälde und Skulpturen werfen. Die widmen sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema „Natur“.

Von Janine Ak

Kandern. „Mein Material ist Metall, das schon etwas erlebt hat. Damit erzähle ich neue Geschichten“, erzählt Jochen Böhnert. Er hat bis 2006 an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe Malerei und Bildhauerei studiert und lebt in Müllheim. Hunde unterschiedlicher Rassen sind seit einigen Jahren eines seiner Lieblingsmotive. Im Kanderner Rathaus steht im Obergeschoss etwa sein „Bobtail“ aus dem Jahr 2019, aus Altmetall geschweißt und geschmiedet. Er besteht aus Korbdraht, den ihm ein Winzer geschenkt hat.

Unten im Eingangsbereich liegt sein „Fauler Hund“. Gesehen hat Böhnert das Original vor einem Supermarkt: „Ich bin ein Augenmensch und halte gern Momente fest, die mir im Alltag begegnen. Der Hund lag da so gelassen, da hätte die Welt untergehen können – nichts hätte ihn aus der Ruhe gebracht. Das hat mir so gefallen, dieser Moment.“

Die ausgestellten Werke sind nicht nur anzuschauen, sondern auch käuflich zu erwerben. Die Preise liegen im vierstelligen Bereich. Böhnert braucht oft mehrere Wochen für ein Kunstwerk. „Manchmal streitet man sich zwei Stunden um Millimeter, weil der Draht oder die Kette nicht so liegen will, wie man sich das vorstellt“, berichtet er von seiner Arbeit.

Auch der Kanderner Klaus Eichler, sonst eher für sozialkritische Werke bekannt, zeigt in der Ausstellung Bilder zweier Zyklen, in denen er sich mit der Natur auseinandergesetzt hat – allerdings in viel kleineren Ausmaßen. Auf die Leinwand bringt er – meist mit Acrylfarbe – Strukturen, die sich unter dem Mikroskop zeigen, wenn man Blätter oder auch Lebensmittel wie Honig betrachtet. Die Vorlagen für seine Gemälde findet er im Internet. „Man muss ewig suchen, bis man ein brauchbares findet“, erläutert er. Die Mikroskope, wie etwa das Polarisations-Mikroskop oder das Elektronen-Mikroskop, kosten mehrere tausend Euro und werden in der Wissenschaft genutzt. „Mein Großvater war Lithograph und hat mich schon im Alter von sechs Jahren ausgebildet“, erzählt Eichler zu seinen künstlerischen Wurzeln.

Neben Böhnert und Eichler hat der Leiter der Stadtbücherei und Organisator Peter Diegel fünf weitere Künstler für die Ausstellung gewonnen: aus Lörrach Thomas Bossert, Marga Golz und Cerstin Thiemann sowie aus Schliengen Sonia Itten und Andreas Steun.

Die magere Beteiligung bei der Vernissage führt Diegel auf die tropischen Temperaturen vergangene Woche zurück: „Es ist einfach zu heiß gewesen.“

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