Kandern Von Holzen aus in die Welt

Weiler Zeitung
Die neuen Studenten an der Holzener Musikakademie Foto: zVg / Knut Burmeister  Foto: Weiler Zeitung

Sanfte Songs mit starken Bildern und zarten Emotionen fluten den eleganten Konzertsaal der Musikakademie in Holzen. Die Singer-Songwriter Jonathan Baily und Luisa Müller bieten edelsten Jazz und Popgesang mit feinsten Gitarrenklängen.

Von Dorothea Gebauer

Kandern-Holzen. Der Besucher erfährt von Geschichten und sieht sich mitten in sie hineingestellt. Er sitzt am See und ist hingerissen, lernt eine schöne, aber kapriziöse Frau kennen, ist in zarte Bande verstrickt oder strampelt sich frei. Die Songs spiegeln harte Arbeit, zeigen Persönlichkeit als auch Reifeprozesse, die musikalisch verarbeitet worden sind. „Green light“ fängt wunderbar poetisch eine Abendstimmung im Winter ein. „Cocon“ ist ein authentisches Dokument davon, wie die Sängerin sich vom inneren Kritiker lösen musste, um ohne Angst künstlerisch unterwegs zu sein.

„Diesen Song habe ich während meiner SchallWerkStadt-Zeit geschrieben.“ Dieser Satz fällt des öfteren. Jonathan Baily erinnert sich in einem Gespräch daran, dass er dort gelernt habe, auf der Bühne zu stehen. Zitternd zunächst und dann immer sicherer und schließlich mit großer Freude.

Er ist der erste, der es an die Popakademie in Mannheim geschafft hat. „Ohne die SWS hätte das nie geklappt”, meint er und ergänzt: „Du baust keine Singer-Songwriter-Karriere auf, wenn niemand krass gern hat, was du tust, wenn du nicht täglich ermutigt wirst.” Von dem Moment an, als die Dozenten der SchallWerk-Stadt wussten, dass Jonathan an die Popakademie will, haben sie ihn gefordert.

Den Wechsel an die Popakademie gepackt

Er hat den Wechsel an die Mannheimer Popakademie gepackt. „Und das ist schon heftig. Du merkst: Da gibt es Hunderte, die noch besser sind als du. Da musst du durch.” Von 700 Bewerbern haben es 30 nach Mannheim geschafft. Er war dabei. So richtig fassen kann er es immer noch nicht. Da ist der Abend an der SWS eine Art Homecoming, etwas, wo er auftankt.

Lukas Körper aus Nordrhein-Westfalen hat sich entschieden, im südbadischen Holzen Musik zu studieren. Er hat landauf, landab gesucht und findet das Angebot der SWS einzigartig. Weil die Kosten hoch sind, hat er zwei Jahre darauf gespart. Das ist es ihm wert. Er freut sich sehr: „Ein Jahr voller Musik. Was für ein Abenteuer!“ Der Gitarrist will vielleicht ein Musikstudium an einer Hochschule anschließen, ist aber auch für anderes offen. „Das Tolle ist ja auch: Hier könnte sich auch ein Finanzbeamter einfach mal ein Jahr lang seiner Musik widmen, “ lacht er.

Silvi Egles, die mit ihrem Mann Marc Egles die SchallWerkStadt leitet, freut sich über jeden einzelnen der 15 Studenten. Der Konzertabend in Holzen markiert für sie einen Meilenstein und ist ein großes Wunder. Ein Jahr lang habe man analysiert, gelernt, gearbeitet und geplant, damit es weitergehen kann. Der Abend markiere den Startschuss der neuen Geschichte, die die SWS in dieser Region schreiben will.

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