Kandern Von zart zu hart

Sascha Bendiks und Simon Höneß (Klavier) sorgten für einen spritzigen Auftakt des Festivals „Krach am Bach“.         Foto: Silke Hartenstein Foto: Weiler Zeitung

Kandern-Wollbach (sih). Wenn Instrumente auf der Bühne kurz und klein geschlagen werden und in rückwärts gelesenen Songtexten satanistische Botschaften versteckt sind, dann ist Heavy Metal angesagt. Und wenn zwei Musiker mit Piano, Gesang und Akkordeon augenzwinkernd Hardrock-Welthits im Tango- und Walzertakt zum Besten geben, ist man bereits mittendrin „In Teufels Küche“.

So heißt das mehrfach preisgekrönte Programm von Sascha Bendiks und Simon Höneß, mit dem die Musik-Comedians am Donnerstagabend das dreitägige Festival „Krach am Bach“ eröffneten. Über 130 Besucher überwiegend im mittleren Alter amüsierten sich an diesem Sommerabend und hatten Spaß daran, Hits ihrer Jugend wieder zu entdecken – auch wenn es dafür mitunter etwas Zeit brauchte. Wer würde auch in einer sanft im Duett hin gehauchten Ode auf Anhieb den „AC/DC“-Klassiker „Highway to hell“ erkennen?

Zuerst erklärte Sänger Sascha Bendiks den Zuschauern die übersichtlichen Inhalte des Hard Rock: „Es geht um Sex, Drogen und Satanskult“. Die Rollen waren klar definiert: Bendiks gab mit Elan, Ironie und großer Stimme den coole Sprüche klopfenden Frontmann, Höneß den etwas verklemmten Musiker, der eigentlich in der Klassik zuhause ist und immer wieder von der Wucht und Wildheit der Hardrock-Titel schier überwältigt wurde. Wie der Mann im braven Anzug der wild übers Klavier pendelnden „Hell’s Bell“ ängstlich auswich, war einfach sehenswert.

Zwerchfellerschütternd wurde es, wenn sich das Duo Fragen widmete wie: War Marvin Gaye ein Hardocker? Und sind die Top Five der elegantesten Hardrock-Tode noch zu überbieten?

Der Schwerpunkt des Programms lag indes auf eigenwillig-eingängigen Interpretationen von Hard Rock-Hits: Deep Purples „Smoke on the Water“ im Barjazzstil, Queens „We will rock you“ als Walzer oder Scorpions’ „Winde der Veränderung“ als pathetische Opernversion. Immer wieder gab Höneß den ernsthaften Musiker, der sich zu gekonnt-expressiven Jazzimprovisationen hinreißen ließ. Bendiks überzeugte durch starke Bühnenpräsenz, gutes Akkordeonspiel und große, wandelbare Stimme – mal rau und zupackend, mal sensibel, mal mit Gutturallauten in bester Heavy Metal-Tradition. Gekonnte Überleitungen und Steigerungen von zart zu hart machten das Zuhören zum Vergnügen.

Nach kräftigem Applaus und drei Zugaben übernahmen „Anuschka & The Sled Dogs“ die Bühne. Die Band aus der Region mit Sängerin Anuschka La Vecchia, Gitarrist Steven Husting und Bassist André Castellanos spielte sich versiert und gut gelaunt durch die Genres von Blues und Rockabilly, Joe Jackson und Nirvana bis zu eigenständigen Interpretationen von Hits wie Shades’ „Sweet as Cherry Pie“ (Samstag, 12. Juli, Auftritt beim Stimmen-Festival).

u  Heute Abend endet das Wollbacher Festival mit „Elektro am Bach“.

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